Digitaler Arbeitsplatz

An Team-Collaboration führt kein Weg vorbei

von Dr. Bernd Wagner und Lutz Herrmann

Der Digital Workplace rückt Nutzer und deren Anforderungen in den Mittelpunkt. Einfacher Zugriff auf Daten, Applikationen und Dienste bildet die Basis für bestmögliche Kollaboration und neue, innovative Arbeitskonzepte. Damit realisiert der digitale Arbeitsplatz mobile Arbeitswelten, bei denen Teams über die ganze Welt verteilt sein und sich in virtuellen Konferenzräumen treffen und eng austauschen können.

Das ist nicht nur Zukunftsmusik, sondern ein Thema, mit dem sich viele Unternehmen konkret beschäftigen. Dies bestätigt eine von dem Digitalisierungsspezialisten Atos in Auftrag gegebene Umfrage von CIO WaterCooler unter 500 CIOs und CTOs: 73 Prozent gaben an, in den nächsten fünf Jahren Collaboration-Tools einführen zu wollen, 58 Prozent wollen künftig auf Lösungen für virtuelle Meetings setzen.

Collaboration-Plattformen: Kommunikation mit Überblick

Moderne digitale Geschäftsmodelle erfordern erweiterte Funktionalitäten. Telefonie, Messaging und Dateiaustausch müssen sowohl sicher als auch flexibel, effizient und geräteunabhängig sein – kurz: die Produktivität fördern, statt einzuschränken. Um dies zu erreichen, bedarf es der Vereinigung aller für die Kommunikation relevanten Funktionen in einer Anwendung, einer so genannten Collaboration-Plattform, sowie einer einfachen Anbindung an bestehende Kommunikationskanäle und Datenbanken. Plattformen wie Circuit vereinen die Funktionen einzelner Kommunikationstools wie Voice, Video, Screen-Sharing, Messaging und Filesharing auf einer intuitiven Nutzeroberfläche.

Lutz Herrmann

Mit einer solchen umfassenden Plattform kann der User beispielweise von einem beliebigen Endgerät aus an Telefonkonferenzen teilnehmen oder das Endgerät während einer laufenden Unterhaltung bei Bedarf wechseln, ohne die laufende Unterhaltung zu unterbrechen.

Die Anbieter entwickeln die Plattformen kontinuierlich weiter und passen sie an die sich verändernden Anforderungen an. Dabei geht es sowohl darum, bewährte Features zu verbessern als auch neue Funktionen zu ergänzen – insbesondere um Arbeitsabläufe und die Zusammenarbeit zu unterstützen. Beispielweise erfassen erweiterte Suchfunktionen nun die gesamte Kommunikation und steigern damit ihren Nutzen.

Moderne Team Collaboration: Mobilität und Flexibilität

Eine ganzheitliche UCC-Plattform stellt Mitarbeitern auf einer einzigen Oberfläche sämtliche Informationen zur Verfügung. Medienbrüche durch den Wechsel zwischen diversen Anwendungsfenstern gibt es nicht mehr, selbst das Tischtelefon am Schreibtisch sollte nahtlos integriert werden: Geht ein Anruf ein, entscheidet der Mitarbeiter selbst, ob er das Telefonat mit dem Tischtelefon, dem Handy oder via PC führen möchte.

Die ideale Applikation ist außerdem mobil: Den Nutzern sollte eine komplette Collaboration-Suite auf Smartphone, Tablet, Laptop oder Smart Watch zur Verfügung stehen. Über die Cloud werden alle Inhalte über alle Endgeräte synchronisiert, sodass Mitarbeiter stets auf dem aktuellen Stand bleiben und effizient zusammenarbeiten können.

Die UCC-Plattform Circuit berücksichtigt die Anforderungen an den digitalen Arbeitsplatz: Die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb der Teams verläuft dynamisch über Instant-Messaging-Chats, in denen sich Nachrichten und Dateien austauschen lassen. Durch die Bündelung der gesamten Kommunikation in einem Kanal bleibt deren Verlauf für alle Nutzer nachvollziehbar und da es keine Medienbrüche mehr gibt, gewinnen bekannte Features wie die Suchfunktion an Nutzen und Effizienz.

Dieser ganzheitliche Kommunikationsansatz ermöglicht eine schnelle Integration neuer Teammitglieder sowie einen raschen Wiedereinstieg nach längerer Abwesenheit, wie dem wohlverdienten Sommerurlaub.

Ein typischer Tag im Leben eines Digitalen Arbeiters

  • Ein Projektmanager kann schon morgens beim Frühstück mit dem Tablet per sicherer Verbindung Nachrichten und Termine synchronisieren und Veränderungen in laufenden Projekten abfragen, bevor er sich auf den Weg ins Büro macht.

  • Unterwegs kann er via Smartphone bereits erste Telefonate tätigen und wichtige Dokumente per File-Sharing auch anderen Teammitgliedern zur Verfügung stellen. UCC-Tools ermöglichen eine mobile Teilnahme an Telefon- und Videokonferenzen. In seinem Büro angekommen, kann der Projektmanager die auf dem Smartphone begonnene Konferenz nahtlos auf seinem Desktop-PC weiterführen, inklusive Screen-Sharing auf dem größeren Bildschirm.

  • Eine häufige Herausforderung im Büroalltag – insbesondere für mobile Mitarbeiter: Man möchte Dokumente ausdrucken, aber der Drucker im Büro ist noch nicht installiert und eingerichtet. Der virtuelle Assistent AVA (Atos Virtual Assistant) von Atos schafft via Sprachsteuerung Abhilfe: Ein autorisierter Mitarbeiter sendet über Atos OneContact den entsprechenden Zugangscode, der den Zugriff auf den Drucker freigibt. Im Shop-Portal kann der Mitarbeiter weitere nützliche Tools wie PDF-Reader herunterladen, um seine Arbeit schnell und autonom zu erledigen.

  • Das Einrichten eines Laptops und das Einbinden der Hardware in Projektprozesse und Sicherheitsinfrastrukturen sind weitere Herausforderungen digitaler Mitarbeiter. Ein standardisierter Self-Service ermöglicht ihnen, in weniger als zehn Minuten einen personalisierten Laptop aufzusetzen, der automatisch sämtliche Security-Voraussetzungen und Unternehmenspolicies erfüllt.

Im Fokus steht die User Experience

Bei der Weiterentwicklung von Plattform-Features steht die „User Experience“ im Fokus: Anwender wollen zunehmend große Dateien teilen – Daher wurde beispielsweise die UCC-Plattform Circuit um Schnittstellen zu weit verbreiteten Filesharing-Diensten wie Syncplicity und Microsoft OneDrive ergänzt.

Personalisierungsmöglichkeiten für die Nutzeroberfläche stehen ebenfalls hoch im Kurs: Um die Organisation und Suche zu erleichtern, können Circuit-Nutzer Konversationen mit Labels versehen, abgeschlossene Konversationen archivieren oder via Meeting-Reminder ohne hektische Einwahldatensuche an einem Termin teilnehmen.

Wichtig für die Anwender ist zudem, dass gängiges Zubehör wie Headsets mit der Collaboration-Lösung kompatibel ist und mobile Apps für die gängigen mobilen Endgeräte zur Verfügung stehen. Die Verquickung mit Sprachassistenten wie Siri ist ebenfalls ein geschätztes „Add-on“: So können Nutzer Siri per Sprachbefehl „beauftragen“, Anrufe zu tätigen und Nachrichten zu versenden.

Auch Circuit ist über Audiokommentare steuerbar und verfügt über umfangreiche weitere Funktionalitäten, um Mitarbeiter mit Hör- und/oder Sehbehinderung im Arbeitsalltag zu unterstützen. In der Benutzeroberfläche lassen sich Kontrast und Helligkeit für eine optimale Lesbarkeit einstellen und auch Unterstützung von Screenreader-Software ist gewährleistet.

Dr. Bernd Wagner

Auch die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern wird durch moderne Kommunikationstools vertieft. Beratung, Support und Service lassen sich in vielen Fällen in Chat Rooms, telefonisch mit Visualisierung (Video und/oder Screenshare) oder über Social-Media-Kanäle genauso gut durchführen, als säße man im selben Raum. „Zero Distance“ heißt das Zauberwort – viele Leistungen können aus der Entfernung (remote) in derselben Qualität erbracht werden wie aus der Nähe.

Mit einfachen Plug-and-Play-Videosystemen können so auch kleinere Unternehmen schnell und unkompliziert eine weit spannende Konferenzinfrastruktur errichten – ohne ihre bisherige Hardware kostspielig umrüsten zu müssen. Diese raumbasierten Videosysteme sind damit auch besonders für Mitarbeiter geeignet, die regelmäßig aus dem Home Office heraus arbeiten.

Die Zukunft von UCC liegt in der Cloud

Cloud-basierte Lösungen wie Circuit werden mehr und mehr zum Standard – nicht nur aufgrund der ISDN-Abschaltung: Die hohe Skalierbarkeit schafft zusätzliche Zukunfts- und Planungssicherheit – gerade für Start-ups und den Mittelstand ein wichtiger Aspekt. Solche Lösungen erfordern außerdem keinerlei zusätzliche Hardware, beschleunigen damit Rollouts und minimieren Installations- und Administrationsaufwand auf Unternehmensseite. Die Plattform ist darüber hinaus auch mit VDI-Clients von VMware und Citrix kompatibel und wird damit zum Bestandteil dieser sicheren, zentralisierten Desktop-Management-Lösungen.

Durchdachte und ganzheitlich integrierte UCC-Applikationen sind die Basis für eine erfolgreiche und zukunftsgewandte Kommunikation und Zusammenarbeit von Teams im Zeitalter der Digitalisierung.


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Logistik braucht IT

Nichts bewegt sich ohne eine enge Verzahnung von Logistik und IT. In Zukunft wird der 3-D-Druck Dienstleistungen rund um die Logistik verändern.

Die Logistikbranche verändert sich umfassend. Technologien wie Schwarmintelligenz, Blockchain und das (I)IoT revolutionieren die Prozesse. Digitalisierte Produktionstechnologien und Logistiklösungen beeinflussen Geschäftsmodelle und verändern Marktstrukturen. Es entstehen in rasanter Geschwindigkeit spannende, völlig neue Perspektiven, Produkte und Anwendungen.

Unternehmen werden flexibler in ihren Beschaffungswegen, -zeiten und -quellen. Längst haben Roboter, fahrerlose Transportfahrzeuge und intelligente Regale Einzug in Forschung und Industrie gehalten. Zukünftig werden sich diese mittels Schwarmintelligenz immer häufiger selbst organisieren. Massiv aufgebaute und unflexible Stetigfördertechnik wird durch eine Vielzahl kleiner autonomer Fahrzeuge ersetzt und der Materialfluss so flexibilisiert. Die intelligenten und miteinander vernetzten Transportfahrzeuge führen Transporte von einem Hochregallager zu Arbeitsstationen aus. Dabei koordinieren sie sich selbstständig untereinander ohne jegliche zentrale Steuerung. Die Transportleistung des Gesamtsystems lässt sich an die Anzahl der Fahrzeuge anpassen.(1)

Die Prozesse der Distributionslogistik werden im Bereich der Routenplanung verbessert, was vor allem an einer verbesserten Kommunikationsmöglichkeit liegt. Das ermöglicht eine schnellere Zustellung der Lieferungen. Zusätzlicher Service wird dem Kunden durch Sendungsverfolgung geboten. In den kommenden Jahren werden sich Prozesse noch weiter verbessern, besonders in der Distributionslogistik. Autonom fahrende Lkws, Schiffe, Roboter und Drohnen werden die Zustellung, gerade auch auf der „letzten Meile“ zum Kunden, revolutionieren. Zustellungen innerhalb von einem Tag, also Same-Day-Delivery-Modelle, werden zum Standard. Operative Berufe wie Lagerarbeiter und Lkw-Fahrer drohen durch die zunehmende Automatisierung obsolet zu werden. Dass neue Arbeitsplätze im Bereich IT und Controlling entstehen, dürfte dabei für die meisten Paketzusteller nur ein schwacher Trost sein.

Papierlose Prozesse in der Distributionslogistik verspricht die Blockchain. In ihr hat jeder am Prozess Beteiligte stets Zugriff auf alle relevanten und dort in digitaler Form gespeicherten Dokumente. Änderungen und Löschungen werden transparent und fälschungssicher protokolliert. Die papierlose Form der Dokumentation vereinfacht nicht nur die Prozesse – der Versand einer Ladung Blumen aus Übersee kann bis zu 200 Papierdokumente von Dutzenden Lieferanten erzeugen(2) –, sondern auch Versandbetrug lässt sich auf diese Weise besser bekämpfen.

Unternehmen müssen sich also mit neuen Technologien auseinandersetzen und in sie investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein völlig neuer Konkurrent für Logistiker ist z. B. der 3-D-Drucker. Denn wieso sollte man sich etwas liefern lassen, wenn man es sich auch zu Hause ausdrucken kann? Das geht schneller und ist womöglich sogar noch billiger. Zurzeit ist das Problem noch nicht so ernst zu nehmen, da die Möglichkeiten des 3-D-Drucks noch begrenzt sind.(3)


Quellen:
(1) Vgl.: https://www.iml.fraunhofer.de/de/unser-institut/forschungshallenlabore/zft-halle.html (abgerufen am 04.04.2019)
(2) Vgl.: https://www.heise.de/solutions/ibm-blockchain/wie-blockchains-fuer-mehr-vertrauen-in-der-lieferkette-sorgen-koennen/ (abgerufen am 04.04.2019)
(3) Vgl.: Logistik braucht IT, in: Handbuch Digitalisierung, hrsg. von ayway media, Bonn 2016, S.123. https://www.handbuch-digitalisierung.de/digital-lesen/#p=123

Handel mit Zukunft

Tiefere Datenanalyse, NLP und mehr Automatisierung
sind gefragter denn je.

von Frank Zscheile

Omni- oder Multichannel sind für den Handel keine neuen Trends mehr, sondern vielfach gelebte Realität. Welcher Kanal bedient wird, ist zweitrangig, es geht um das Erlebnis, bei dem sich „online“ und „offline“ zu smarten Services ergänzen. Grundlage dafür sind die dahinterliegenden Datenmengen. Sie lassen sich heute durch Analyseinstrumente, die mit künstlicher Intelligenz angereichert sind, immer besser hinsichtlich ihrer weiteren Verwendung im Business-Kontext auswerten.

Neue Algorithmen zur Textanalyse sind inzwischen sogar in der Lage, Stimmungslagen in Kundenschreiben selbstständig zu erkennen. Solche bislang verborgenen Informationen können Handelsunternehmen im Sinne des Geschäftsnutzens einsetzen. Wenn Kundendaten genauer analysiert werden, lassen sich die Ergebnisse als Grundlage für individuelle Kundenansprachen und digitales Marketing einsetzen. Dabei werden alle Kunden-Touchpoints mit relevanten, vom Kunden gewünschten Informationen bespielt – ideal für die Stärkung von Kundenbindung (Customer Loyalty).

Neue Algorithmen zur Textanalyse sind inzwischen sogar in der Lage, Stimmungslagen in Kundenschreiben selbstständig zu erkennen.

Treiber dieser Entwicklung sind die Forderungen der Verbraucher nach Echtzeitunterstützung, kontinuierlicher Unterhaltung sowie umfassender Konnektivität und Sicherheit. So wird Consumer IoT zum nächsten logischen Schritt der digitalen Evolution des Handels.

Automatisierte Service-Interaktionen

„Themen wie künstliche Intelligenz und Blockchain haben ihre Nische längst verlassen und sind zu gesellschaftsrelevanten Themen geworden“, weiß auch Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. Mit KI lassen sich gleichzeitig Geschäftsabläufe zwischen IT-Systemen des Handels automatisieren, Stichwort „Robotic Process Automation“. B2B-Marktplätze werden an ERP-, CRM- und weitere Backendsysteme und Datenbanken angebunden. Dies führt weiter zu automatisierten Service-Chatbots, bei denen sich die Beschäftigten im Service erst später oder im Bedarfsfall in die konkrete Kundenkommunikation einschalten.

Bekanntheit und Nutzung mobiler KI-Anwendungen

Gartner sagt voraus, dass 2021 15 Prozent aller Service-Interaktionen automatisiert sein werden. Künstliche Intelligenz wird dabei für eine zunehmend natürliche Art solcher sprachlichen Interfaces sorgen, was die Verbreitung wiederum verstärken wird. Wirkliche Dialoge sind es freilich nicht, die mit Chatbots ablaufen, sondern eher kurze Frage-Antwort-Sequenzen. Mit dem durch KI gewonnenen Wissen aus Datenbanken werden sich aber in absehbarer Zeit auch mehrstufige flexible Dialoge automatisieren lassen können. Dadurch erschließen sich neue Anwendungsfelder im Kundenservice, die mit einfachen Frage-Antwort-Systemen nicht adressiert werden können.

Unternehmen müssen „insight-driven“ werden

In seinem Report „The Forrester Wave™: AI-Based Text Analytics Platforms, Q2 2018“ beschreibt das Analystenhaus Forrester, wie sich durch den Einsatz künstlicher Intelligenz aus Daten zusätzliches Wissen gewinnen lässt. „Insight-driven“ müssten Unternehmen werden, fordert Forrester-Analyst Boris Evelson. Dabei geht es vor allem um das in unstrukturierten Daten enthaltene Wissen, welches in Unternehmen heute Schätzungen zufolge rund 80 Prozent ausmacht: E-Mails, PDFs, Archivsysteme, Videos, Tondokumente, Social-Media-Posts etc. Hierfür kommen Techniken der linguistischen und semantischen Analyse („Natural Language Processing – NLP“ oder Computerlinguistik) zum Einsatz.

Unter NLP versteht man die Fähigkeit eines Computerprogramms, menschliche Sprache so zu verstehen, wie sie gesprochen bzw. geschrieben wurde. Tiefergehende NLP-Systeme benutzen die Wortarten zur Extraktion vordefinierter Muster und extrahieren selbstständig bestimmte Kategorien von Begriffen, z. B. Personen- und Ortsnamen, Postleitzahlen, Nummernschilder.

Kundenkorrespondenz modern auswerten

Der eigentliche Prozess des Text-Minings und der Extraktion von Keywords, Themen und Konzepten liegt laut Forrester dabei nur bei rund einem Fünftel des Aufwands. Der weitaus größere Teil entfiele auf den Aufbau von Datenverbindungen, die Integration und Bereinigung der Daten sowie den Aufbau einer domänenspezifischen Ontologie und user­orientierter Oberflächen. Während die meisten Hersteller noch immer hauptsächlich Stimmungsanalysen anbieten, ermöglicht die Software von Clarabridge auch eine hoch differenzierte Emotions-, Anstrengungs- und Absichtsanalyse.

Loyalität aus Daten

Das Konzept von Clarabridge zeigt, wie wichtig es sein kann, das in unstrukturierten Daten verborgene Wissen zu heben. Die Customer Loyalty lässt sich dadurch deutlich festigen. Im Omnichannel ist hier ohnehin noch Luft nach oben, glaubt Michael Bregulla, Head of New Sales bei der Ingenico Marketing Solutions GmbH. Das Unternehmen entwickelt Programme zur Vertiefung der Kundenbeziehungen für alle Verkaufskanäle. „Bindungseffekte sollten im Wesentlichen aus dem Preisvorteil generiert werden, obwohl der eigentliche Wert in den aggregierten Daten des bis dato anonymen Kunden liegt“, so Bregulla. „Schon heute schlummern bei vielen Händlern riesige Datenpotenziale, die gar nicht wertbringend abgeschöpft werden. Die Digitalisierung offenbart jetzt die Chance für eine ganzheitlichere Erfassung des Kundenverhaltens.“

Bindungseffekte sollten im Wesentlichen aus dem Preisvorteil generiert werden, obwohl der eigentliche Wert in den aggregierten Daten des bis dato anonymen Kunden liegt.

Dazu bedürfe es einerseits Werkzeuge wie linguistischer und semantischer Analyse. Gleichfalls sei aber ein erweitertes Mindset bei Handelsunternehmen gefragt und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren und auch wieder zu verwerfen. So kristallisiert sich für Händler ein Gesamtbild der technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen heraus, wie sich das Datenpotenzial von Customer-Loyalty-Programmen im Omnichannel zur personalisierten Kundenansprache und Steuerung des Kaufverhaltens nutzen lässt.

Voice Commerce und Audiovermarktung

Smart Speaker wie Amazon Alexa, Google Home, Telekom Magenta und Co. und die dahinterliegende Voice-Technologie haben in jüngster Zeit die nächste Welle losgetreten und den Zugang zu Audio-Content weiter vereinfacht. BVDW-Präsident Matthias Wahl: „Dadurch erhält Audio-Content einen deutlichen Schub, den Unternehmen für sich nutzen müssen.“ Das Medium Audio verändert sich damit grundlegend: Content wird interaktiv und wächst von einer One-Way-Communication zu einem Dialog-Umfeld.

Consumer IoT

Sprachgesteuerte Smart Speaker werden neben der reinen Audio-Content-Nutzung zu hohen Anteilen zur Informationsbeschaffung genutzt. Eine weitere Möglichkeit für Handelsunternehmen, ihre Kunden zu adressieren. Die technologische Basis dieser Produkte ist wiederum die Fähigkeit von Software, menschliche Sprache immer besser zu verstehen. Analog zu anderen Kommunikationskanälen benötigen Unternehmen deshalb eine eigene Voice- und Audiostrategie. Sie müssen eine Audio-Identity und eigenen Audio-Content entwickeln und mit ihren Marken, Produkten und Angeboten ihren Zielgruppen auf die neuen Geräte folgen. Wie dies praktisch umzusetzen ist, dafür gibt der BVDW auf seiner Webseite hilfreiche Hinweise.

Einkauf auf Zuruf

Fragt man die Smart Speaker heute nach einem bekannten Produkt wie Pampers, so wird in der Regel erstmal der Wikipedia-Eintrag vorgelesen. „Voice Search SEO muss noch deutlich gezielter als Desktop und Mobile betrieben werden, um Verkaufschancen über Voice zu steigern – auch weil die Chancen auf Sichtbarkeit deutlich geringer sind als am Desktop“, erklärt Frank Bachér von RMS.

So wird sich Voice Commerce über Skills entwickeln und neben Webshops und Apps der nächste Absatzkanal für den Handel werden, in dem Einkäufe auf Zuruf möglich werden. Vor allem im Bereich der FMCG („Fast Moving Consumer Goods“) dürfte dies einer der spannendsten neuen Trends sein. Damit dürften die smarten Lautsprecher künftig wohl ihrem Namen eher gerecht werden im Vergleich zu heute, wo sie hauptsächlich nur für einfache Aufgaben wie das Abspielen von Musik und die Wettervorhersage genutzt werden. //


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Drohnen und fahrerlose Transportfahrzeuge

Autonome Vehikel surren und schwirren durch die Lagerhallen der Zukunft.

Das „Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Fraunhofer IML und der Technischen Universität Dortmund. In dem 570 Quadratmeter großen Forschungszentrum werden verschiedene Referenzsysteme eingesetzt, wie z. B. ein Laserprojektionssystem bestehend aus acht „Kvant“-Lasern. Das Leitliniensystem für Mensch und Roboter kann beispielsweise mit Laserpfeilen den Weg vorgeben. Ein optisches Referenzsystem, welches das größte seiner Art in Europa ist, ermöglicht zusätzlich durch 38 Hightech-Kameras die Echtzeitlokalisierung von Objekten und Menschen, die mit einem Marker ausgestattet sind. Damit können bis zu 100 Objekte gleichzeitig getrackt werden. Auf diese Weise lassen sich nicht nur am Boden befindliche Objekte tracken, sondern auch solche, die in der Luft sind – zum Beispiel Drohnen.

Drohnen, sogar ganze Schwärme, spielen dabei eine entscheidende Rolle. „Wir nutzen den Drohnenschwarm, um Algorithmen zu entwickeln, mit denen wir autonome Fahrzeuge und Maschinen untereinander und in Interaktion mit dem Menschen steuern“, erklärt Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML. „Drohnen sind gut geeignet, da wir praktisch beliebige Szenarien im industriellen Maßstab dreidimensional und hochdynamisch abbilden können.“

Eine der autonom fliegenden Drohnen ist aus dem Forschungsprojekt „InventAIRy“ hervorgegangen. Sie ist in der Lage, durch ein Lager zu navigieren und logistische Objekte zu erfassen. Dadurch kann sie die Belegung der Stellplätze im Lager dokumentieren – Inventur auf Knopfdruck.

„Neben Drohnen kommen auch fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zum Einsatz. Sie bewegen Waren automatisiert durch die Lagerhallen.“

Neben Drohnen kommen auch fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) zum Einsatz. Sie bewegen Waren automatisiert durch die Lagerhallen. Der Transportroboter TORU beispielsweise kann selbstständig durch das Lager navigieren und Picklisten abarbeiten. Dabei kann er Objekte aus einer Höhe von bis zu 1,75 Metern greifen und diese nach Beendigung des Auftrags zur Kommissionierstation bringen. Bei Zalando in Erfurt ist der von der Magazino GmbH entwickelte Roboter jetzt im Praxistest.

Abb. 1: Laserlicht leitet Transportroboter

EMILI (Ergonomischer, mobiler, interaktiver Ladungsträger für die Intralogistik) ist sogar das erste autonome FTF, das eine intuitive Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ermöglicht. Sie lässt sich in Verbindung mit Wearables über Gesten, Sprache oder Smartphones, Tablets und AR-Brillen steuern. Über ein integriertes Display an ihrer Front kann sie sich den Menschen in ihrer Umgebung mitteilen: Lächelt ihr Gesicht, funktioniert sie einwandfrei und kann beladen werden. Hat sie einen eher unzufriedenen Gesichtsausdruck, ist etwas nicht in Ordnung. Wie ihr geholfen werden kann, erklärt sie selbst; zum Beispiel mithilfe eines Tablets, das eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fehlerbehebung anzeigt.

Abb. 2: Transportroboter EMILI teilt seinen Betriebszustand direkt auf einem Display mit.

Dabei ist ein Roboter wie EMILI nur ein erster Schritt beim Rennen um künstliche Intelligenz. „Ein Robotersystem wirklich intelligent zu machen“, bedeutet für ten Hompel, „dass das System mit seiner Umgebung kooperiert, die Umgebung wahrnimmt, mit anderen Robotern und dem Menschen kooperiert – und auf diese Weise lernt und sich weiterentwickelt“.

Sicherheit

Wollen Mensch und Maschine in Zukunft wirklich zusammen sicher kooperieren können, müssen zunächst sichere Rahmenbedingungen gewährleistet werden. Die beteiligten Teams des EU-Projekts „SafeLog“ entwickeln eine Systemlösung, die von vornherein Zusammenstöße zwischen Mensch und Maschine bei ihren Touren durch die Lagerhallen vermeiden soll. Dabei könnten künftig auch Roboter eingesetzt werden, die besonders schnell sind oder besonders schwere Lasten heben, ohne den Menschen zu gefährden. Ein speziell entwickeltes Flottenmanagementsystem verteilt Aufgaben für Mensch und Maschine so, dass ein Kreuzen der Wege minimiert wird. Zusätzlich schickt eine speziell entwickelte Warnweste für menschliche Mitarbeiter ein Signal an fahrerlose Transportfahrzeuge, die sich in der Nähe aufhalten. Diese drosseln dann ihr Tempo oder stoppen ganz – denn der Werker hat immer „Vorfahrt“. //


Quelle: Logistik entdecken #19 – Magazin des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML Dortmund

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Blockchain

Ein verteiltes Datenbankmanagementsystem schafft eine neue Form der Sicherheit und Transparenz für die digital vernetzte Welt.

Eine Blockchain ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, „Blöcke“ genannt, die mittels kryptographischer Verfahren verkettet sind. Jeder Block enthält dabei einen kryptographisch sicheren Hash des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.
Durch die aufeinander aufbauende Speicherung von Daten in einer Blockchain können diese nicht nachträglich geändert werden, ohne die Integrität des Gesamtsystems zu beschädigen, wodurch die Manipulation von Daten erheblich erschwert wird.

Anwendungsmöglichkeiten entstehen nicht nur bei Kryptowährungen à la Bitcoin. Eine Blockchain ermöglicht beispielsweise auch die fälschungssichere Dokumentation einer Lieferkette und auch Notare oder Clearinghäuser werden als Intermediäre überflüssig. Im Prinzip lässt sich die Blockchain überall anwenden, wo Daten fälschungssicher protokolliert werden sollen.

Quelle: Background vector created by freepik – www.freepik.com

Zusätzlich lassen sich auch Computerbefehle in den Code der Blockchain integrieren und gerade im Zusammenhang mit dem (I)IoT entsteht ein enormes Automatisierungspotenzial. Bei einer Blockchain zur Lieferkettenprotokollierung könnte zum Beispiel ein im Container angebrachter Sensor die Temperatur von Lebensmitteln nicht nur messen und dokumentieren, sondern auch automatisch Alarm schlagen, sobald Grenzwerte überschritten werden. //

Eigenschaften einer Blockchain

  • Verkettungsprinzip: Eine Blockchain ist eine verkettete Folge von Datenblöcken, die über die Zeit weiter fortgeschrieben wird.

  • Dezentrale Speicherung: Eine Blockchain wird nicht zentral gespeichert, sondern als verteiltes Register geführt. Alle Beteiligten speichern eine eigene Kopie und schreiben diese fort.

  • Konsensmechanismus: Es muss sichergestellt werden, dass eine bei allen Beteiligten identische Kette entsteht. Hierfür müssen zuerst Vorschläge für neue Blöcke erarbeitet werden. Dies geschieht durch Validatoren (die bei Bitcoin „Miner“ genannt werden). Dann müssen sich die Beteiligten einigen, welcher vorgeschlagene Block tatsächlich in die Kette eingefügt wird. Dies erfolgt durch ein sogenanntes Konsens­protokoll, ein algorithmisches Verfahren zur Abstimmung.

  • Manipulationssicherheit: Durch kryptographische Verfahren wird sichergestellt, dass die Blockchain nicht nachträglich geändert werden kann. Die Kette der Blöcke ist somit unveränderbar, fälschungs- und manipulationssicher.

  • Transparenz / Vertraulichkeit: Die auf der Blockchain gespeicherten Daten sind von allen Beteiligten einsehbar. Sie sind deshalb aber nicht unbedingt auch für alle sinnvoll lesbar, denn Inhalte können verschlüsselt abgespeichert werden. Blockchains erlauben so eine flexible Ausgestaltung des Vertraulichkeitsgrads.

  • Nichtabstreitbarkeit: Durch die Nutzung digitaler Signaturen sind Informationen in der Blockchain speicherbar, die fälschungssicher nachweisen, dass Teilnehmende unabstreitbar bestimmte Daten hinterlegt haben, etwa Transaktionen angestoßen haben.


Quelle: Seite „Blockchain“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. März 2019, 23:41 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Blockchain&oldid=186562222 (Abgerufen: 8. April 2019, 09:11 UTC)

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Künstliche Intelligenz

Selbstlernende Maschinen nutzen Big Data und Cloud-Computing,
um laufend die abhängigen Prozesse zu optimieren.

von Andreas Fuhrich

Ob künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen oder Deep Learning, in der Praxis werden diese Begriffe häufig als Synonyme verwendet. Dabei besitzen die drei Begrifflichkeiten große Unterschiede in ihrer Bedeutung und stehen in einer strikten Hierarchie zueinander. Die künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff für alle Methoden und Technologien, die ein intelligentes Verhalten vorweisen. Das maschinelle Lernen ist dabei ein Teilgebiet der KI, welches eine Vielzahl an (Lern-)Methoden basierend auf der mathematischen Optimierung und Statistik umfasst. Deep Learning wiederum ist ein spezieller Teilbereich des maschinellen Lernens, der versucht, die statistischen Korrelationen in den Daten durch künstliche neuronale Netze abzubilden.

All diese Technologien brauchen Daten als Rohstoff des Fortschritts. Durch die Entwicklung der Informationstechnologie und vor allem die zunehmende Vielfalt an (I)IoT-Devices sind diese in immer größeren Mengen verfügbar. Sie enthalten oft implizites Wissen, das, wenn es bekannt wäre, große wirtschaftliche oder wissenschaftliche Bedeutung hätte. Unter Data Mining versteht man die Suche nach potenziell nützlichem Wissen in großen Datenmengen – maschinelle Lernverfahren gehören zu den Schlüsseltechnologien innerhalb dieses Gebiets. Sie unterstützen den Data-Mining-Prozess vor allem beim Aufspüren neuer Muster und Gesetzmäßigkeiten.

„Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren eine neue Reifephase erreicht und entwickelt sich als Basisinnovation zum Treiber der Digitalisierung und autonomer Systeme in allen Lebensbereichen“, schildert die am 15. November 2018 verabschiedete Strategie Künstliche Intelligenz die Ausgangssituation. Durch sie sollen „die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft im Sinne eines spürbaren gesellschaftlichen Fortschritts und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gefördert werden“. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Deutschland soll zum weltweit führenden Standort für künstliche Intelligenz werden und „AI made in Germany“ zum weltweit anerkannten Gütesiegel.(1) Da haben wir uns etwas vorgenommen.

Die Erwartungen an die Politik sind entsprechend hoch. Neben der Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen spielt auch die Förderung junger Unternehmen eine entscheidende Rolle. Oft stammen wegweisende Innovationen von Start-ups. Dafür bedarf es eines Umfelds, in dem Gründer ohne bürokratische Hürden ihre Unternehmen aufbauen können, gut ausgebildete Mitarbeiter finden und einfachen Zugang zum Markt erhalten.

Aber wie sieht es mit den Investitionen unseres Staates wirklich aus? Sicher ist, dass Deutschland mit seinen Fördergeldern für KI hinter China und den USA zurückbleibt. Drei Milliarden Euro will Deutschland bis 2025 investieren. Demgegenüber steht der chinesische Plan „Nächste Generationen der KI-Technologien“ mit Staatsfördermitteln von 150 Milliarden Dollar bis 2030.

Und auch zeitlich hinkt Deutschland hinterher. Während KI für uns alle noch Neuland ist, existiert der Plan der Volksrepublik bereits seit Juni 2017. Die USA profitieren beim KI-Wettlauf vor allem von spendablen Risikokapitalgebern, die allein 2017 ca. 10 Milliarden Dollar in die Technologie pumpten, sowie ihrem Ökosystem aus Tech-Giganten. Apple, Tesla, Microsoft, Google, Facebook und IBM sind die Big Player am Markt, was nicht zuletzt auch der Bekanntheitsgrad von Watson, Siri, Alexa, Cortana oder OK Google belegt.

Die digitalen Helfer fungieren dabei nicht nur im Alltag, sondern auch Unternehmen können ihr Potenzial nutzen. Der Umgang mit den Maschinen wird dabei immer natürlicher und auch die Identifikation einer Person anhand ihrer Stimme ist möglich. Doch noch sind wir in einer recht frühen Phase der Entwicklung und die Fähigkeiten der digitalen sind sehr begrenzt.

Wir haben es bei KI eben noch nicht mit echter Intelligenz zu tun, sondern mit Programmen, die auf Grundlage vorgegebener Algorithmen so etwas wie menschliche Intelligenz simulieren und deren Stärke darin besteht, große Datenmengen schnell verarbeiten zu können, und darin, z. B. Zusammenhänge zu erkennen. Die steigende Leistungsfähigkeit der Computersysteme ermöglicht nun aber schon neuronale Netze, die selber lernen und sich und ihre Methoden optimieren können – die KI lernt sozusagen gerade laufen.

Überblick Machine Learning

Welche klassischen Machine-Learning-Techniken und -Algorithmen gibt es?

  • Linear Classifiers (z. B. Support-Vector-Machines)

  • Clustering (z. B. K-Means, Tree-based)

  • Regression-Analysis Dimensionality-Reduction (z. B. PCA, tSNE)

  • Decision-Tree Learning Ensemble Learning (z. B. Randomforest, Gradient Boosting)

  • Instance-based Neural Networks (z. B. KNN)

  • Descriptive Statistics

Dies ist nur eine beispielhafte Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Darüber hinaus sollten noch die nachfolgenden ML-Techniken erwähnt werden, die eher der KI zugeordnet werden:

  • Deep Learning Neural Networks (z. B. Feed Forward Neural Networks, CNNs, RNNs, GANs)

  • Reinforcement Learning

  • Transfer Learning

Zukünftig werden Maschinen immer kreativer. Wir bringen ihnen bei, autonome Entscheidungen zu treffen, und machen sie damit zu handelnden Subjekten. Die zunehmende Autonomisierung bringt auch ethische Fragen mit sich. Darf KI im Krieg verwendet werden? Wer trägt die Verantwortung, wenn autonome Systeme Schäden verursachen? Brauchen wir in Zukunft ein Gefängnis für Maschinen?

Noch können wir die Zukunft mitgestalten. „AI for Good“-Initiativen sind bestrebt, mittels KI Lösungen für globale Probleme zu finden. Sie soll vor allem helfen, die Nachhaltigkeitsziele im Zuge des Klimawandels zu erfüllen, aber auch im Gesundheitswesen oder bei humanitären Katastrophen sind Lösungen angestrebt.

(1) https://www.bmbf.de/files/Nationale_KI-Strategie.pdf (abgerufen am 05.04.19)

Going Global

Mehr Wachstum durch die Erschließung neuer Märkte

Internationalisierung bietet Online-Händlern die Chance, ihre Umsätze zu steigern. Doch die Expansion ins Ausland ist mit Hürden verbunden, die zunächst gemeistert werden müssen.

Nicht jedes Land ist gleichermaßen als Expansionsziel geeignet. Generell ist es einfacher, sich zunächst in den Ländern auszubreiten, die sprachlich und kulturell wenig Unterschiede aufweisen und daher keine komplexere Anpassung des Online-Shops erfordern. Je nach feilgebotener Ware kann es natürlich gute Gründe geben, von dieser Regel abzuweichen, wie beispielsweise die Konkurrenzsituation und auch damit verbundene Unterschiede in der zu erwartenden Nachfrage.

Location-Intelligence-Dienste können helfen, den geeigneten Zielmarkt zu finden. Unter „Location Intelligence“ versteht man die Fähigkeit, Wissen anzuwenden, das durch den Zugriff auf Informationen und deren Analyse und Aufbereitung unter Berücksichtigung räumlicher Zusammenhänge entsteht. Sie beschreibt das Konzept, dass Organisationen mithilfe von Standortinformationen ihre Kunden, Bürger und Märkte besser verstehen und einen Wettbewerbsvorteil erzielen.(1)

Um die Prozesse und Systeme mit den Anforderungen der Zielländer in Einklang zu bringen, ist lokale Expertise immer von Vorteil, aber auch Software-Tools können hinsichtlich einer Compliance-Überprüfung hilfreich sein. Um Vertrauen im Zielland aufzubauen, ist es unerlässlich, alle rechtlichen Standards einzuhalten: Impressum, AGBs, Liefer-, Zahlungs- und Einfuhrbestimmungen sowie Kennzeichnungspflichten müssen berücksichtigt werden. Zudem lässt sich die Vertrauenswürdigkeit des eigenen Online-Shops im Ausland erhöhen, wenn er mit einem Gütesiegel zertifiziert wurde.

Die technische und die logistische Infrastruktur sind die Grundpfeiler des E-Commerce. IT-Infrastrukturen wie „Content Delivery Networks“ helfen Latenzen und Ausfallzeiten für den Web-Shop zu vermeiden. Natürlich sollte auch der Warenversand schnell, kostengünstig und nachvollziehbar sein. Digitale Lösungen wie Sendungsverfolgung oder Lieferung in den Kofferraum bieten zusätzlich Komfort und erhöhen damit das Kundenbindungspotenzial.

Achten Sie auch bei den Zahlungsmitteln darauf, dass Sie den Gepflogenheiten des Landes entsprechen. Während hierzulande noch viel auf Rechnung gekauft wird, führt in China kein Weg an Mobile-Payment-Plattformen wie WeChat Pay und Alipay vorbei.

Die Anpassung eines Online-Shops an die Zielländer ist maßgeblich für den Erfolg. Die Übersetzung steht dabei an erster Stelle, wobei insbesondere auch auf die richtigen Maßeinheiten zu achten ist. Generell sollten alle Marketingmaßnahmen und somit auch die Gestaltung der Seite und die auf der Startpage beworbene Produktauswahl an die Vorlieben im Zielland angepasst werden. Achten Sie auch bei Suchmaschinenoptimierungen auf landesspezifische Besonderheiten. Google dominiert zwar weltweit den Markt, spielt aber in China (Baidu) und Russland (Yandex) keine Rolle. Vergleichbares gilt natürlich auch bei der Nutzung sozialer Medien.

IT-Dienstleistungen


Gerade der IT-Dienstleistungssektor ist geprägt von internationalem Wettbewerb. Durch Cloud-Computing-Plattformen wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure sind Dienstleistungsmarktplätze entstanden, worüber schlüsselfertige Softwarelösungen bezogen werden können. Buchbare Dienste reichen von Betriebssystemen über Cloud-Speicher bis hin zu AI, Blockchain oder IoT-Anwendungen. Wer hier seine eigenen Leistungen einstellt, ist mit einem Schlag international abrufbar.

Das im internationalen Vergleich extrem unterschiedliche Preisniveau macht ein IT-Offshoring besonders lukrativ. In Ländern wie Indien, den Philippinen, China, Thailand, Sri Lanka oder Mexiko sind IT-Dienstleistungen wesentlich günstiger. Dies betrifft nicht nur die Löhne, sondern auch die Miete, zudem bestehen teils steuerliche Vorteile. Wichtig dabei ist, auf die Datenschutzbestimmungen des eigenen Landes zu achten, da ein Verstoß kostspielige Konsequenzen mit sich bringt. Zusätzlich entsteht beim IT-Offshoring ein besonders hohes Risiko der Wirtschaftsspionage. Auch wenn keine sensiblen Firmendaten im Ausland verarbeitet werden, lässt sich durch den Datenaustausch besonders leicht Malware einschleusen. //


(1) Seite „Location Intelligence“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. September 2018, 18:34 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Location_Intelligence&oldid=180881672 (Abgerufen: 12. April 2019, 11:54 UTC)


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Virtual & Augmented Reality

Augmented und Virtual Reality verschmelzen zur Mixed Reality.
Die Daten des IoT lumineszieren beim Gang durch die vernetzte Welt.

Computergenerierte interaktive Simulationen mittels kleiner Devices in unserem Leben eröffnen schier unendliche Potenziale an Möglichkeiten, um die Welt neu zu erfahren. Technologische Entwicklungen, die es uns jetzt schon erlauben, die Wirklichkeit zunehmend zu virtualisieren, sind vorhanden. Schon jetzt lässt sich erahnen, welche Änderungen auf uns zukommen. Die Art, wie wir miteinander interagieren und wie wir die vernetzte Welt mit ihren datenfunkenden IoT-Sensoren wahrnehmen, wird nicht mehr dieselbe sein.

Was ist Augmented Reality?

Unter „Augmented Reality“ (kurz AR), also erweiterte Realität, versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese Informationen können alle menschlichen Sinnesmodalitäten ansprechen. Häufig wird jedoch unter erweiterter Realität nur die visuelle Darstellung von Informationen verstanden, also die Ergänzung von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen oder virtuellen Objekten mittels Einblendung/Überlagerung. Bei Fußball-Übertragungen ist erweiterte Realität beispielsweise das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie. (Wikipedia – Erweiterte Realität)

Im „Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum“ (nach Paul Milgram et al., 1994) sind die erweiterte Realität („Augmented Reality“) und erweiterte Virtualität („Augmented Virtuality“) Teil der sogenannten gemischten Realität („Mixed Reality“). Während der Begriff Augmented Virtuality kaum benutzt wird, werden Augmented Reality und Mixed Reality, selten auch Enhanced Reality, meist synonym verwendet.

Im Gegensatz zur virtuellen Realität (kurz VR), bei welcher der Benutzer komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, steht bei der erweiterten Realität die Darstellung zusätzlicher Informationen im Vordergrund. Virtuelle Realität und die Realität werden also miteinander kombiniert oder teilweise überlagert. Interaktivität in Echtzeit, in der reale und virtuelle Objekte dreidimensional zueinander in Bezug stehen. Diese Definition umfasst jedoch nur technische Merkmale und beschränkt sich dabei auf einen Teilaspekt von AR. Andere Arbeiten definieren AR als eine Ausweitung der Sinneswahrnehmung des Menschen durch Sensoren um Umgebungseigenschaften, die der Mensch selbst nicht wahrnehmen kann, wie z. B. Radar, Infrarot und Distanzbilder. Menschliche Eigenschaften können damit durch AR verstärkt oder gar ergänzt werden.

Allein die visuelle Modalität bedeutet eine nicht unwesentliche komplexe Herausforderung an die Positionsbestimmung (Tracking) und Kalibrierung. Um eine Augmented-Reality-Anwendung aufzubauen, benötigt es AR-Systeme (kurz ARS), die sich aus technischen Bestandteilen, wie z. B. Kamera, Trackinggeräte, Unterstützungssoftware usw., zusammensetzen. VR und AR sind weit mehr als nur ein Hype. Erkennen lässt sich dies nicht nur an ernst zu nehmenden Hardware-Entwicklungen / Devices für AR-Systeme, wie Facebooks Oculus Rift, HTC VIVE und Microsofts HoloLens, die mittlerweile durchaus massentauglich sind. Auch geistiges Eigentum wird sich einverleibt.

Begriffserklärung

Am besten veranschaulicht man sich diese abstrakten Begriffe an konkreten Beispielen:

  • Reine Realität ist ein Mensch, der zum Einkaufen in den Supermarkt geht.

  • Erweiterte Realität sind Brillengläser, auf deren Innenseite ein Computer den Einkaufszettel des Benutzers projiziert; und zwar so, dass beim Benutzer der Eindruck entsteht, der Einkaufszettel sei an die Wand des Supermarktes angeschrieben. Die Wirklichkeit wird hier um virtuelle Informationen angereichert.

  • Erweiterte Virtualität ist ein Computerspiel, das über einen VR-Helm gespielt wird und das die Türsprechanlage auf die Kopfhörer überträgt, wenn es an der Tür klingelt.

  • Die Virtualität wird hier um reelle Informationen angereichert. Virtuelle Realität ist ein Computerspiel, das über einen VR-Helm gespielt wird und nicht auf die reale Außenwelt des Benutzers reagiert.

    (Quelle: Wikipedia„Mixed Reality“)

Die großen Player am Markt bereiten sich offensichtlich auf eine Zukunft mit AR vor. Viele Argumente sprechen zudem für den Einsatz und das Wachstumspotenzial dieser neuen Technologien: Kostenersparnisse, Qualitätssteigerungen, Sicherheit.

VR- und-AR-Technologien verändern zunehmend unsere Lebens- und Arbeitswelt. AR-Brillen kommunizieren jetzt schon mit den Fächern in den Lagerhallen und weisen dem Picker den Weg. Zu wartende Maschinen helfen bei der Reparatur, indem sie sinnvolle Daten auf einem AR-Device einblenden oder durch Bildmaterial eine Sicht aus jeder Perspektive und durch alles hindurch ermöglichen. Gleiches gilt auch in der Montage in den Werkshallen.

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