Beiträge

Kapitel 3: Herausforderungen

Kapitel 2: Abteilungen

Einfluss der Digitalisierung auf die Unternehmensabteilungen

Die Digitalisierung, Automatisierung und „Datafizierung“ betrifft das gesamte Unternehmen, wirkt sich aber unterschiedlich auf die jeweiligen Abteilun­gen aus. Die Aufgabe der Geschäftsleitung ist es, den Kurs der digitalen Transformation vorzugeben (2.1), während die IT-Abteilung schließlich die Systeme am Laufen halten muss. (2.2) Im Marketing wird der Kunde analysiert und individualisiert monetarisiert. (2.6) Die Daten werden dabei auch aus IoT-Devices gesammelt und als Feedback an die Produktion und Fertigung weitergeleitet, um eine stetige Verbesserung zu ermöglichen. (2.7) Passgenaue Informationen sind auch für den Vertrieb eine wertvolle Hilfe im persönlichen Kundenkontakt (2.5), der auch das Lebenselixier des Einkäufers ist. Von der Automatisierung getrieben, ist er verdammt, zu einem Netzwerker mit Mehrwert zu werden. (2.8) Natürlich darf bei all den anfallenden Daten der Schutz nicht vergessen werden. Die EU-DSGVO stellt insbesondere an die Buchhaltung (2.3) und das Personalwesen (2.4) Anforderungen, die sich mit Papierakten nicht mehr bewältigen lassen. //

Das Kapitel im Überblick

Kapitel 1: Treiber und Trends

Das Potenzial vernetzter Dinge ist immens. Smart ist, wer es zu nutzen weiß.

Die Politik verantwortet die Wettbewerbsfähigkeit des digitalen Standorts Deutschland. Das betrifft vor allem Themen wie künstliche Intelligenz (1.1) oder den 5G-Netzaufbau (1.2). In den Büros beginnt die digitale Transformation mit der Standardisierung von Dokumenten in ein auswertbares Format. Sie ebnet den Weg für eine konsistente Datenbasis, mit der Prozesse automatisierbar und KI-Anwendun­gen leichter umsetzbar sind. (1.8) Beim Thema digitale Innovationen muss der deutsche Mittelstand den internationalen Vergleich nicht scheuen (1.4), wobei gerade auch in der Forschung und Entwicklung neue digitale Technologien den Innovationsprozess verändern (1.7) und agile Teams die Time to Market verkürzen (1.5). Dem Erfolg „Made in Germany“ folgt die Internationalisierung. Sprachgrenzen überwinden automatisierte Übersetzungsprozesse. (1.3) Doch Vorsicht: Mit dem technologischen Fortschritt fällt schnell so manches Geschäftsmodell der Disruption zum Opfer. Nur, wer zum Wandel bereit ist, überlebt. (1.6)

Das Kapitel im Überblick

Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Um die Aufmerksamkeit des Kunden auf den eigenen Shop zu lenken, gehen die Handelsunternehmen neue Wege und entwickeln innovative Formate. Anschauliche Beispiele hierzu liefert Stefan Genth.
https://handbuch-handel.de/technologiebranche-handel/


Wie verändert der 3-D-Druck die Lieferketten und was bedeutet das für den stationären Handel? Über die neue Supply Chain berichtet Prof. Dr. Welf Wawers.
https://handbuch-handel.de/zukunft-des-3-d-drucks-und-industrie-4-0/


Das Internet der Dinge und unstrukturierte Datenmassen schaffen neue Herausforderungen im Kundenbeziehungsmanagement. Über Big-Data- und BI-Trends schreibt in diesem Kontext Bernhard Haselbauer.
https://handbuch-handel.de/big-smart-fast/


Die Blockchain schafft mehr als neue Währungssysteme. Wie das „Internet des Vertrauens“ vor allem den internationalen Handel beeinflussen wird, weiß Andreas Fuhrich.
https://handbuch-handel.de/wie-die-blockchain-den-handel-veraendert/


Der Abgesang des Bargelds: In Zukunft ist der Mensch gefordert, sich mit den digitalen Währungen auseinanderzusetzen, um mit diesen umzugehen. Argumente dafür liefert Bernhard Haselbauer. https://handbuch-handel.de/pro-und-contra-leben-ohne-bargeld/


Internationalisierung beginnt bei der Sprache

Weltweit mitreden können – dank automatisierter Übersetzungsprozesse

von Christian Weih-Sum

Willy Brandt sagte einmal: „I‘m selling to you, I speak your lan­guage. If I‘m buying, dann müssen Sie Deutsch sprechen.“ Dieses Zitat ist nach wie vor aktuell. In internationalen Märkten wird ein Unternehmen seine Produkte nur dann erfolgreich vermarkten, wenn es auch die kulturellen Gegebenheiten der Zielmärkte berücksichtigt. Die Adaption und Lokalisierung der gesamten Produkt- und Unternehmenskommunikation für das jeweilige Land spielen dabei eine zentrale Rolle – nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden Einkaufs über das Internet.

Für einen erfolgreichen internationalen Marktauftritt greift das pure Übersetzen also nicht weit genug. Vielmehr müssen Inhalte lokalisiert, also nicht nur von einer Sprache in eine andere transformiert, sondern dabei länderspezifische Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Christian Weih-Sum

Bevor ein Interessent sich für ein Produkt entscheidet, hat er sich bereits intensiv im Internet informiert. Umso wichtiger ist es, dass er attraktive Inhalte auf der Webseite eines Anbieters vorfindet, die „Lust auf mehr“ machen. Idealerweise finden sich entlang der Customer Journey an jedem Touchpoint Informationen in verständlicher Form wieder. Verständlichkeit über alle Phasen der Customer Journey hinweg stellt eine Grundvoraussetzung für die Bildung von Vertrauen dar, das als einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für Marken und damit für die Kaufentscheidung gilt. Dazu gehört auch, dass die Inhalte in der jeweiligen Landessprache vorhanden sind.

In Zeiten zunehmender Personalisierung erwarten Interessenten, dass sie Produktbeschreibungen, Artikeltexte, Kategorietexte, Multimedia-Inhalte für Shop und Marktplätze genauso wie Unternehmenswebseiten, Landingpages, Blogs, Kurznews und Ankündigungen, Ratgeberinhalte, E-Books, Kundenfeedbacks und Bewertungen in ihrer Landessprache vorfinden. Entgegen der Annahme vieler Verantwortlicher für Marketing, Content und Verkauf ist es nicht ausreichend, den vorhandenen Content nur in englischer Sprache vorzuhalten.

Dies belegt unter anderem eine Studie von Common Sense Advisory. Sie ergab, dass 60 Prozent der Online-Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht kaufen, wenn die Website nicht in deren Muttersprache verfügbar ist. Hinzu kommt, dass Interessenten in ihrer jeweiligen Landessprache suchen. Für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist es somit unabdingbar, die passenden Keywords für die jeweiligen Zielländer sorgfältig zu recherchieren und den Autoren bzw. Übersetzern zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Produkt- und Markennamen können in verschiedenen Ländern unerwünschte Assoziationen wecken. So hatte der Autobauer Fiat mit seinen Modellen „Uno“ und „Regata“ kei­nen Erfolg, denn Finnen denken bei „Uno“ an einen Idioten und „Regata“ heißt auf Schwe­disch „streitsüchtige Frau“.


Kernaussagen

  • Internationalität bedeutet mehr als Englisch.
  • Anbieter sollten Produkt- und Markennamen unbedingt auf globale Verwendbarkeit prüfen.
  • Geeignete Keywords sind in jedem Land unterschiedlich und können sich im Laufe der Zeit ändern.
  • Die Lokalisierung der gesamten Produkt- und Unternehmenskommunikation ist fester Bestandteil einer erfolgreichen Internationalisierungsstrategie.
  • Eine erfolgreiche Customer Journey setzt Inhalte in der jeweiligen Landessprache voraus.
  • Mit Übersetzungsmanagementsystemen können Unternehmen multilingualen Content in hoher Qualität erstellen.

Übersetzen ist nicht ausreichend

Für einen erfolgreichen internationalen Marktauftritt greift das pure Übersetzen also nicht weit genug. Vielmehr müssen Inhalte lokalisiert, also nicht nur von einer Sprache in eine andere transformiert, sondern dabei länderspezifische Gegebenheiten berücksichtigt werden. Wer hierfür lediglich Texte per E-Mail an einen Pool von verschiedenen Übersetzungspartnern schickt, unterschätzt Themen wie konsistente Qualität, Kosten und Datensicherheit.

Um den Lokalisierungsaufwand zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Datensicherheit sowie eine hohe Qualität zu garantieren, ist der Einsatz einer Übersetzungsmanagementsoftware ratsam. Sie sorgt vor allem für durchgehend einheitliche Texte und einen hohen Wiederverwendungsgrad bereits übersetzter Inhalte. Grundlage dafür bilden ein integriertes Translation Memory sowie ein Terminologiesystem, die in einer geschlossenen Umgebung allen Beteiligten zur Verfügung stehen. Autoren greifen auf Quelltexte und deren bereits vorliegende Übersetzungen zu und haben gleichzeitig einen Überblick über die Terminologie, die sie verwenden dürfen. Damit bleiben alle wichtigen Keywords konsistent, was auch für eine gut funktionierende SEO wichtig ist. Redundante Übersetzungen gehören der Vergangenheit an.

Die Verwendung einer Übersetzungsmanagementsoftware bringt für die effiziente Lokalisierung von Webseiten und Onlineshops im Rahmen einer internationalen E-Commerce-Strategie zahlreiche Vorteile.

Christian Weih-Sum

Unternehmen können einmal erstellte Inhalte mehrfach für unterschiedliche Kanäle und Formate verwenden. Die gesamte Content-Erstellung inklusive Übersetzung und Review wird in einem Prozess nahtlos abgebildet. Dabei sparen Projektverantwortliche Zeit, indem sie wiederkehrende Prozessschritte automatisieren. Hierzu gehört zum Beispiel das Zuweisen von Übersetzungsaufgaben an die jeweils passenden Übersetzungspartner. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter jederzeit einen transparenten Überblick über den Fortschritt der Projekte und erhalten eine Benachrichtigung, sobald eine Aufgabe abgeschlossen ist. Bei der Auswahl einer passenden Übersetzungsmanagementsoftware sollten Unternehmen nicht nur den Funktionsumfang im Blick haben, sondern auch deren Integrierbarkeit. So gewährleisten Schnittstellen, dass Inhalte nahtlos z. B. mit Content-Management-, PIM- oder Webshopsystemen ausgetauscht werden.

Translation-Management-Systeme als sprachübergreifende Plattformen

Die Verwendung einer Übersetzungsmanagementsoftware bringt für die effiziente Lokalisierung von Webseiten und Onlineshops im Rahmen einer internationalen E-Commerce-Strategie zahlreiche Vorteile. Qualitativ hochwertige Übersetzungen stehen schneller zur Verfügung, was die Time to Market deutlich verkürzt. Einheitliche Begriffe vereinfachen die Lesbarkeit und die Verständlichkeit von Inhalten, was wiederum die Customer Experience positiv beeinflusst und sich in einer evidenten Corporate Identity niederschlägt. Kunden und Interessenten gewinnen Vertrauen und entscheiden sich eher, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen – ein guter Start für einen erfolgreichen Markteintritt. //


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Mit Vollgas auf die digitale Überholspur

Der deutsche Mittelstand strotzt vor Innovationskraft und nimmt mit eigenen Lösungen eine internationale Vorreiterrolle ein.

von Doris Albiez

Auch wenn vor allem Großkonzerne als Vorreiter in puncto Digitalisierung gelten – der deutsche Mittelstand mit seinen zahlreichen innovativen Produkten und Geschäftsmodellen ist längst auf der Überholspur. Als Motor Deutschlands genießt er zu Recht weltweit ein hohes Ansehen. Manch heimischer Firmenlenker, aber auch die internationale Konkurrenz kann sich ein Beispiel an ihm nehmen, um nicht den digitalen Anschluss zu verpassen.

Was wurde nicht schon alles über Digitalisierung gesagt und geschrieben – vor allem darüber, dass Deutschland nach und nach den digitalen Anschluss verliere und drauf und dran sei, im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten. All diesen Berichten ist eines gemein: Sie schauen vornehmlich auf das, was nicht funktioniert, statt sich vielmehr auf eine differenzierte Betrachtung zu konzentrieren. Trotz aller sicher existierenden Hindernisse und Verzögerungen – die Behauptung, deutsche Unternehmen stünden allesamt vor der Digitalisierung wie der Hase vor der Schlange, ist verkürzt und so nicht haltbar.

Es ist also Zeit, sich die Firmen und ihre Geschäftsmodelle genauer anzusehen. Zwar mögen digitale Dienste für die Massen von amerikanischen Konzernen wie Google, Amazon oder Facebook beherrscht werden, bei der Digitalisierung der Industrie sind deutsche Unternehmen jedoch Meister. EOS aus dem oberbayerischen Krailling beispielsweise ist führend bei 3-D-Druckern. Schunk aus Lauffen am Neckar, Spezialist für Greifzeuge und Spanntechnik, rüstet Roboter weltweit mit digital gesteuerten Fingern aus, sodass sie Werkstücke exakt bewegen können. TeamViewer mit Sitz im schwäbischen Göppingen, Experte für die Fernwartung von Computern und Smartphones, ist inzwischen auf über 1,8 Milliarden Geräten installiert. Die Märkte und Geschäftsmodelle dieser Unternehmen sind höchst verschieden, aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie spielen mit ihren digitalen Lösungen auf internationaler Bühne ganz vorne mit. Hidden Champions – also unbekannte Weltmarktführer – werden solche erfolgreichen Mittelständler genannt.

Erstmals setzen technische Visionen wie das autonome Fahren oder die flächendeckend vernetzte Industrie 4.0 ein schnelles Internet voraus.

Die Spur ist frei für den Mittelstand

Die meist inhabergeführten und nicht dem Shareholder-Value verpflichteten Firmen sind geradezu ein Synonym für Innovation und Unternehmergeist. Ihre besondere unternehmerische Handschrift verleiht ihnen Handlungsstärke und Kontinuität. Viele von ihnen sind – obwohl in Nischen etabliert – längst international aufgestellt. Der Mittelstand muss sich also, was Innovationskraft und Wachstum betrifft, gegenüber den großen Konzernen keineswegs verstecken. Die Beratungsgesellschaft Munich Strategy, die jährlich in Kooperation mit der Wirtschaftswoche die innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands kürt, bescheinigt ihnen größere Innovationssprünge sowie höhere Umsatzzuwächse und Gewinne, als sie selbst Dax-Konzerne vorweisen können. Die Top 100 im Ranking für 2018 kommen über eine Spanne von fünf Jahren, die als Berechnungsgrundlage für die Studie herangezogen wurden, auf ein Erlöswachstum von 11,5 Prozent sowie eine Gewinnquote von 14,2 Prozent. Die 30 wichtigsten börsennotierten Firmen dagegen haben beim Fünfjahresumsatz lediglich ein Plus von 6,1 Prozent und beim Ertrag von 9,3 Prozent erreicht.

Ein Mittelständler, der – neben EOS, Schunk und TeamViewer – das Thema Digitalisierung lebt und mit seiner Geschäftsidee zu den Großen in der Branche gehört, ist die Volke Entwicklungsring SE. Das Unternehmen erstellt Fahrzeugkonzepte von der ersten Idee bis zur Serienreife. Karosserie, Antrieb, Fahrwerk und Elektrik eines neuen Modells können zwar schon länger am Computer entworfen und simuliert werden. Volke hat dies aber auf die Spitze getrieben: In einer „begehbaren“, virtuellen Umgebung mit einem dreidimensionalen Abbild des jeweiligen Autos können Prototypen in digitaler Teamarbeit und standortübergreifend absolut realistisch, proportionsgetreu und in Echtzeit entwickelt und das Design von neuen Modellen in jedem einzelnen Schritt beurteilt und verfeinert werden. Volkswagen, einer der Kunden von Volke, reduziert so spürbar Entwicklungszeit und -kosten, da die händische Arbeit und das Produzieren aufwendiger physischer Testmodelle auf ein Minimum beschränkt werden. Erstes Ergebnis dieser durchgängigen Virtualisierung ist der ID Buggy Concept von VW: Dabei handelt es sich um eine dach- und türlose Neuinterpretation der Buggys aus den Sechzigerjahren, die im Gegensatz zu den historischen Vorbildern ohne Benzin fährt und auf dem Genfer Autosalon 2019 ihr Debut feierte.

Konzerne können von den Kleineren lernen

Ganz anders sieht es oftmals bei börsennotierten und damit in der Regel ausschließlich ihren Shareholdern verpflichteten Unternehmen aus – nehmen wir als Beispiel den klassischen Einzelhandel oder traditionelle Banken. Sie drohen zu den eigentlichen Verlierern der Branche zu werden oder sind es sogar bereits. Online-Banken machen den Traditionshäusern massiv Konkurrenz, und immer mehr Kunden bestellen lieber im Netz, als sich auf den Weg in eine der Einzelhandelsketten zu machen.

Die Start-up-Mentalität, die man sowohl in den Accelerator-Büros in Berlin als auch bei Mittelständlern in der Provinz findet, fehlt diesen Konzernen allzu oft. Während Mittelständler Vorteile wie kürzere Entscheidungswege und einen engeren Kundenkontakt haben, um Innovationen zu schaffen, verlieren sich viele Großunternehmen in der Erreichung ihrer finanziellen Ziele und dem nächsten Quartalsbericht. Eine Digitalisierung, die ihren Namen verdient, geht bei diesem Fokus unter und scheitert oftmals an veralteter Software und sogenannten Spaghetti-Systemen, die nicht so einfach auf neue Lösungen mi­griert werden können. Unvergessen ist der erste und krachend gescheiterte Versuch zweier bis dahin erfolgsverwöhnter Elektronikketten, einen eigenen Web-Shop einzurichten.

Die meist inhabergeführten und nicht dem Shareholder-Value verpflichteten Firmen des Mittelstandes sind geradezu ein Synonym für Innovation und Unternehmergeist.

Mehr Förderung und weniger Bürokratie ist gefragt

Den großen Konzernen fehlt es manchmal an Mut, über den Tellerrand der Shareholder-Erwartungen zu blicken. Aber auch Start-ups und der Mittelstand brauchen trotz all ihrer Erfolge noch deutlich mehr Unterstützung seitens der Politik. Nur so können sie ihr volles Potenzial ausschöpfen. Unterstützung heißt mehr finanzielle Förderung, weniger Bürokratie und die richtige Infrastruktur, um am digitalen Wandel allumfassend teilhaben zu können.

Es geht bereits los beim altbekannten Problem der schlechten Infrastruktur. Wenn die Bundesministerin für Bildung und Forschung findet, dass man 5G nicht an jeder Milchkanne braucht, ist das schlicht falsch. Erstmals setzen technische Visionen wie das autonome Fahren oder die flächendeckend vernetzte Industrie 4.0 ein schnelles Internet voraus. Auf der anderen Seite sitzt der deutsche Mittelstand eben nicht nur in den Ballungsräumen, sondern vor allem in der Provinz. Auf dem Land kann Mobilfunktechnologie fehlende DSL-Anschlüsse ersetzen. Der zweite Punkt: Es müssen noch mehr Investitionsanreize für Start-ups und mittelständische Unternehmen geschaffen werden. Dazu gehört ein innovatives Finanzierungsumfeld, das über klassische Anlageinvestitionen hinausgeht, Wagniskapital für Gründer mobilisiert und auch Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände ermöglicht. Die Bürokratie bei der Beantragung solcher Hilfen muss abgebaut werden. Zu diskutieren ist darüber hinaus ein vereinfachtes Steuermodell gerade in den Anfangsjahren von Neugründungen. Da geht es auch um die Frage, wie es sein kann, dass Internetgiganten wie Google, Facebook und Co. nur einen Bruchteil der Steuern zahlen, die ein „normales“ Unternehmen an den Staat abführen muss.

Kernaussagen

  • Der Mittelstand ist häufig innovativer Vorreiter digitaler Entwicklungen.
  • Die Politik sollte Digitalisierungsbestrebungen in der Wirtschaft besser fördern. Hierzu gehört natürlich auch die digitale Infrastruktur. Ein Abbau von Bürokratie kann kreativen und digitalen Geschäftsmodellen helfen.
  • Gerade den großen, börsennotierten Unternehmen fehlt es oft an Mut und an einer gewissen Start-up-Mentalität mit kurzen Entscheidungswegen und engem Kundenkontakt, um Innovationen voranzutreiben.
  • Digitalisierung wird die Welt neu ordnen – in Länder, die neue Technologien nutzen und damit Geschäfte machen, und solche, die tatsächlich den Anschluss verlieren.


Vielfach wird die Einführung von Innovationen durch ein Übermaß an Bürokratie ausgebremst. Auf der einen Seite verhindern Regulierungen zweifellos, dass Monopolstellungen einzelner Unternehmen andere Marktteilnehmer blockieren. Auf der anderen Seite sind es gerade die zu starren Regeln und vielen Auflagen, die eine schnelle Entwicklung von jungen Firmen erschweren. Wer beispielsweise ein Unternehmen gründet, kann das in Estland digital von überall aus erledigen. Mit einer guten Viertelstunde hält Estland den offiziellen Weltrekord für die schnellste Gründung – ein Wert, von dem Jungunternehmer in Deutschland nur träumen können. Ein anderes Beispiel ist das am 1. Januar 2019 in Kraft getretene neue Verpackungsgesetz. Das Gesetz, das den Umweltschutz großschreibt, sieht unter anderem eine Registrierungspflicht vor. Hersteller und Händler müssen nachweisen, dass sie sich an dualen Systemen wie dem Grünen Punkt beteiligen. Zudem besteht die Pflicht zu einem Reporting, in dem einmal jährlich angegeben werden muss, welche Verpackungsmaterialien in welcher Menge in den Markt gebracht wurden.

Die ökologische Notwendigkeit dieser Regelung steht außer Frage, gerade für Start-ups im Bereich E-Commerce bedeutet das neue Gesetz aber eine zusätzliche administrative Arbeit. Wer seine Waren europaweit anbietet, muss zudem aktuell in jedem einzelnen EU-Land eine Anmeldung für die Verpackungsordnung einreichen. Sinnvoll wäre eine einheitliche Lösung, um den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich zu halten.

Abseits alter Wege liegt die Zukunft

Die Politik ist also gefragt, einen Ausgleich zu finden: zwischen dem berechtigten Schutz vor Monopolen und dem Abbau von Bürokratie, zwischen einer kritischen Technik-Folgen-Abschätzung und der Schaffung einer Innovationskultur. Gelingt dies, wird Deutschland den Sprung von einer erfolgreichen Industrienation in eine erfolgreiche Digitalnation schaffen. Die Digitalisierung wird dabei die Welt neu ordnen: in Länder, die die neuen Technologien nutzen und damit Geschäfte machen, und solche, die tatsächlich den Anschluss verlieren. Wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und die Digitalisierung als Chance begreifen, werden wir gegen Amerikaner und Chinesen nicht nur bestehen, sondern eine internationale Vorreiterrolle übernehmen können. //


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Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Das IoT in Form von vernetzten Systemen wird nicht nur Arbeitsprozesse und Tätigkeiten fundamental verändern. Martin Lundgold und Peter Stamm fordern auf sich anzupassen.
https://www.handbuch-iot.de/der-arbeitsplatz-der-zukunft/


Das IoT verändert die Bedingungen und Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten. Über Chancen und Risiken berichtet PD Dr. Martin Krzywdzinski.
https://www.handbuch-iot.de/der-mensch-in-hoch-automatisierten-prozessen/


Vertrauen in Big Data aufbauen und die Mitarbeiter mitnehmen: Nur wenn jeder überzeugt ist, kann das enorme Potenzial, welches in der Analyse großer Datenmengen steckt, voll ausgeschöpft werden.
https://handbuch-hr.de/big-data-im-personalwesen/


Transparenz und Effizienz in personalwirtschaftliche Abläufe zu bringen, ist das Ziel des sogenannten „Employee Self Services“. Wie wichtig dabei Garantien für Sicherheit und Service sind, weiß Dr. Ralf Magagnoli.
https://handbuch-hr.de/employee-self-service/


Mensch, Technik, Organisation und Arbeitswelt 4.0: Prof. Dr. Peter M. Wald über aktuelle Entwicklungen und Anforderungen an das sich durch die Digitalisierung ändernde Personalmanagement.
https://handbuch-hr.de/mensch-und-arbeitswelt-4-0/

Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Andreas Fuhrich weiß: „Dezentral, flexibel und günstig – Cloud-Computing erobert mit hoher Skalierbarkeit bei niedrigen Kosten immer mehr deutsche Unternehmen.“
https://handbuch-­digitalisierung.de/cloud-computing-2/


Der Begriff Open Source beschränkt sich nicht nur auf Software, sondern bezieht sich auch auf freies Wissen und Information durch freie Inhalte.
https://handbuch-digitalisierung.de/die-open-bewegung/


Abstract network background with low poly design with connecting lines

Geschäftsmodelle im Fokus: Selbstlernende Maschinen nutzen Big Data und Cloud-Computing, um laufend die abhängigen Prozesse zu optimieren.
https://handbuch-handel.de/­kuenstliche-intelligenz/


Big – Smart – Fast: Unser Arbeitsalltag wird zunehmend von digitalen Daten beeinflusst. Big Data berührt alle Branchen und Märkte.
https://handbuch-handel.de/big-smart-fast/


Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Maurizio Riva über die intelligente Cloud: „Wir haben dabei natürlich besonderen Fokus auf künstliche Intelligenz, 5G und den ‚Netzwerk­rand‘ gelegt.“ https://trendreport.de/die-intelligente-cloud-ermoeglichen/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Die Digitalisierung betrifft alle Abteilungen. Wie sich durch die Einführung eines CDOs ihr Potenzial für das eigene Unternehmen ausschöpfen lässt und wie sein Anforderungsprofil aussieht, berichtet Rolf Dreier.
https://handbuch-hr.de/der-chief-digital-officer/


Was also tun, wenn man plötzlich Change-Manager ist? Mut zu neuen Wegen und eine veränderte Fehlerkultur sind eine Mammutaufgabe auf dem Weg zu einer neuen Unternehmenskultur.
https://handbuch-hr.de/und-ploetzlich-change-manager/


Neue disruptive Technologien verbreiten sich mit immer höherer Geschwindigkeit. Wie arbeiten eigentlich digitale Stars? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Isabell M. Welpe unter:
https://handbuch-hr.de/wie-arbeiten-digitale-stars/


Design Thinking gilt als eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung und Lösungsentwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Lesen Sie mehr über das Thema unter:
https://handbuch-hr.de/design-thinking-in-agilen-projekten/


Der Kunde muss dort abgeholt werden, wo er sich aufhält. Warum Social-Media-Maßnahmen gerade auch für kleinere Unternehmen für das Marketing entscheidend sind, weiß Bernhard Haselbauer.
https://handbuch-handel.de/handelskanal-social-media/

Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Mit Thomas Hagemann und Dr. Johannes Plehn sprach die TREND-REPORT-Redaktion über ihr innovatives Logistik-Geschäftsmodell im E-Commerce-Umfeld.
https://trendreport.de/neue-massstaebe-im-versandprozess/


Wie verändert der 3-D-Druck die Lieferketten und was bedeutet das für den stationären Handel? Über die neue Supply Chain berichtet Prof. Dr. Welf Wawers.
https://handbuch-handel.de/zukunft-des-3-d-drucks-und-industrie-4-0/


Der Endkunde treibt die Digitalisierung – und damit Veränderungen in den Wertschöpfungsketten. Ein Gastbeitrag von Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer.
https://handbuch-handel.de/logistik-nervensystem-des-handels/


Nichts bewegt sich ohne eine enge Verzahnung von Logistik und IT. In Zukunft wird der 3-D-Druck Dienstleistungen rund um die Logistik verändern.
https://handbuch-digitalisierung.de/logistik-braucht-it/


Geert-Jan Gorter betont: „Regelmäßig landet die Logistik in Studien, die den Reifegrad der digitalen Transformation untersuchen, auf den hinteren Plätzen.“
https://handbuch-digitalisierung.de/offene-logistikplattform-erhoeht-die-transparenz/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Viele Unternehmen samt Führungsmannschaften bewegen sich im Blindflug durch die Risikowelt. Frank Romeike warnt vor den lauernden Gefahren und berichtet, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen.
https://trendreport.de/im-netz-da-sind-die-raeuber/


Vorausschauendes Agieren wird immer wichtiger, zumal neue Technologien wie Blockchain, oder Machine Learning die Branchen durchdringen. Risikomanagement-Systme helfen bei der Entscheidungsfindung.
https://trendreport.de/alle-risiken-im-griff/


Geprüfter Datenschutz aus der Cloud: Die TREND-REPORT-Redaktion unter­hielt sich mit Wieland Volkert über die EU-DSGVO und cloudbasierte Personalmanagementlösungen. https://trendreport.de/gepruefter-datenschutz-aus-der-cloud/


Die Redaktion sprach mit Dr. Stephan Killich über Parallelen zwischen Datenschutz und Qualität und eine intuitive Softwarelösung für Prozess- und Qualitätsmanagement und deren Anwendung im Kontext der neuen Datenschutz-Grundverordnung. https://trendreport.de/qms-schon-im-einsatz/


Die ID-Verifizierung wird sich schnell entwickeln und eine universelle digitale Identität könnte ein Schlüsselfaktor für die weltweite soziale und wirtschaftliche Entwicklung sein, blickt Alexey Rubtsov voraus.
https://trendreport.de/zuper/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

„Prävention, Erkennung, Abwehr und Reaktion sind die Grundpfeiler einer zukunftsweisenden, ganzheitlichen Cyber-Defense-Strategie.“ Kai Grunwitz im Gespräch mit der Redaktion. https://handbuch-digitalisierung.de/cyber-security/


Thorsten Krüger schreibt: „Gut gerüstet mit Verschlüsselungstechnologien und einem zuverlässigen Key-Management werden Cloud-Risiken für Unternehmen beherrschbar.“
https://handbuch-digitalisierung.de/ein-kampf-gegen-windmuehlen/


Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Jürgen Vogler über die Möglichkeiten und Vorteile einer Public-Key-Infrastruktur (PKI).
https://trendreport.de/mehr-sicherheit-durch-public-key-infrastruktur/


Christoph Schwager

TREND-REPORT-Reportage: „Potemkinsches Dorf – oder: Risikokultur leben“ von Frank Romeike und Christoph Schwager. https://handbuch-digitalisierung.de/potemkinsches-dorf-oder-risikokultur-leben/


Frank Romeike

Die Chancen der KI zu nutzen, geht einher mit einer erhöhten Sensitivität. Frank Romeike weist darauf hin, dass die nächste Generation von Mal- und Ransomware auf KI basieren wird. https://trendreport.de/ki-robotik-und-der-mensch/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Die Grundlage digitaler Geschäftsmodelle im IoT bilden Smart Services und digitale Ökosysteme. Dr. Sebastian von Engelhardt und Stefan Petzolt erklären, was es damit auf sich hat.
https://www.handbuch-iot.de/was-sind-smart-services-und-digitale-oekosysteme/


Immer mehr Produkte können über das Internet Informationen mit anderen Geräten austauschen oder per App Befehle empfangen. Dabei entstehen hervorragende Möglichkeiten für den deutschen Mittelstand.
https://www.handbuch-iot.de/smart-products-und-smart-services/


Roboter mutieren zu autonom agierenden „Kollegen“ mit flexiblen Aufgaben. Über das Internet of Robotic Things und autonome Roboter-Schwärme schreibt Andreas Fuhrich.
https://www.handbuch-iot.de/von-robotik-und-automation/


Damit aus dem Internet of Things nicht das Internet of Threats wird. Noch gilt Funktionalität vor Sicherheit, doch das Risiko ist immens. Christian Koch rüttelt wach und klärt auf.
https://www.handbuch-iot.de/neue-risiken-durch-iot-in-industriesystemen/


Existiert erst ein tragfähiges Geschäftsmodell, verkürzen offene Standards und Out-of-the-Box-Lösungen die Time to Market eines IoT-Projekts erheblich. Paul Martin Halm berichtet. https://www.handbuch-iot.de/iot-plattformen-beschleunigen-die-produktion/


Fallbeispiele

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Die Demokratisierung von Machine Learning – Daten gehören zum wertvollsten Kapital eines Unternehmens. Durch die Integration neuer Technologien werden Daten nutzbar gemacht. https://www.handbuch-iot.de/die-demokratisierung-von-machine-learning/


Wachstum durch KI: Das digitale Zeitalter wird zum Zeitalter der Algorithmen. Damit Deutschland konkurrenzfähig bleibt, sind eine strategische Vision, Mut und massive Förderung notwendig. https://trendreport.de/wachstum-durch-ki/


Die Chancen der KI zu nutzen, geht einher mit einer erhöhten Sensitivität für die Risiken der digitalen Welt. Frank Romeike schreibt über KI, Robotik und die Menschen.
https://trendreport.de/ki-robotik-und-der-mensch/


Prof. Dr. Jeanette Hofmann erklärt unserer Redaktion im Interview, inwieweit sich die künstliche Intelligenz auf politische Entscheidungen auswirken wird.
https://www.handbuch-iot.de/kontrolle-und-macht-im-zeitalter-von-big-data/


Der Job eines Data Scientists ist es, aus großen Datenmengen Informationen zu generieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten, die das Unternehmen befähigen, effizienter zu arbeiten. https://trendreport.de/wie-schlau-ist-ihr-unternehmen/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

TREND-REPORT-Reportage: Wie schlau ist Ihr Unternehmen? Datenkompetenz wird immer mehr zur Grund­voraussetzung unternehmerischen Erfolgs.
https://trendreport.de/wie-schlau-ist-ihr-unternehmen/


„Künstliche Intelligenz ermöglicht die Simulation von Entwicklungsszenarien und hebt den Firmenwert“, hebt Ansgar Eickeler hervor.
https://trendreport.de/all-in-one-unternehmenssteuerung-mit-ki/


Gastbeitrag von Dr.-Ing. Gerd Staudinger: In vielen Unternehmen schlummert ein verborgener Schatz – Kunden­daten. Die Entscheider wissen das und sehen enormen Nachholbedarf. https://trendreport.de/datenschatz-selbst-heben/


„Nur 34 Prozent der Unternehmen bieten Schulungen zur Verbesserung der Datenkenntnisse an“, mahnt Robert Schmitz. https://trendreport.de/souveraen-arbeiten-und-leben-mit-daten/


Der Innovationsstandort Deutschland hat die Aufgabe, neue KI-Technologien für die Wertschöpfung der Zukunft zu nutzen und die Transformation aller Lebensbereiche mitzugestalten. https://trendreport.de/vernetzung-ki-industrie-gesellschaft/


Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Durch den Druck der FinTechs und der Digitalisierung der Finanzbranche haben mittlerweile auch traditionelle Bankhäuser erkannt, dass sie aktuelle Techniken einsetzen müssen. https://handbuch-digitalisierung.de/digital-finance/


Wie die Blockchain die Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter in Hochrisikogebieten verbessert, erklärte Jörg Walden der TREND-REPORT-Redaktion.
https://trendreport.de/blockchain-fuer-nachhaltigkeit/


Geschäftsmodelle mit der Blockchain: Die Blockchain motiviert wie kaum eine andere Technologie der letzten Jahre die Entwicklung in der IT-Branche.
https://trendreport.de/­geschaeftsmodelle-mit-der-blockchain/


Blockchain, Mythos und Wahrheit. Erfahren Sie in einem dreiteiligen Beitrag, wie die sichere Informationskette entstand, wie sie funktioniert und welche Anwendungsmöglichkeiten sie bietet. https://trendreport.de/blockchain-fuer-alle/


Reportage: Smart und sicher mit der Blockchain. Ein wichtiger technologischer Treiber und Enabler für Smart Services ist die Blockchain-Technologie.
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Fallbeispiele

Weiterführende Beiträge und Interviews zum Thema finden Sie in unserer
Wirtschaftszeitung TREND REPORT sowie in unseren Open-Content-Werken.

Vertrauen: In einer immer schnelllebigeren Zeit besinnen sich Banken auf eine ihrer Grundtugenden, um am Markt zu bestehen. https://trendreport.de/digital-finance-2/


Schneller Wandel im Payment: Die TREND-REPORT-Redaktion sprach mit Christian Schollmeyer über kontaktlose Bezahlverfahren.
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PSD2: Aufbruch zum Open Banking – Banken werden von den Innovationen der vielen neuen digitalen Anbieter sowie den Anforderungen der Gesetzgeber dazu gedrängt, sich zu verändern. https://trendreport.de/psd2-aufbruch-zum-open-banking/


TREND-REPORT-Reportage Digital Banking: FinTechs erobern unbesetzte Nischen und auch die Giganten der Digitalisierung dringen in den Markt.
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FinTechs gehen mit frischen Ideen auf den Markt und verändern diesen nachhaltig. Neue Technologien offenbaren ihr disruptives Potenzial.
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Altanwendungen nicht vergessen!

Digitalisierung bedeutet nicht nur die Einführung neuer Technologien. Auch die sogenannten Legacy-Systeme sollten Beachtung finden.

von Nadine Riederer

Im Zuge der derzeitigen Digitalisierung konzentrieren sich Unternehmen oft auf Prozesse und Geschäftsmodelle, die durch die neuen Technologien möglich werden. Zur digitalen Transformation gehört aber auch, bereits vorhandene Technologien auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu modernisieren. Praktisch jedes Unternehmen, das bereits länger am Markt agiert, besitzt Softwareanwendungen aus früheren Digitalisierungsphasen. Beziehen sie diese nicht in die gegenwärtige Transformation mit ein, drohen ihnen Wettbewerbsnachteile gegenüber neueren Playern, die aktuellste Software nutzen.

Es ist nicht immer entscheidend, die neueste Software im Einsatz zu haben; es kommt vielmehr darauf an, dass die genutzten Anwendungen optimal auf die aktuellen Anforderungen abgestimmt sind.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Applikationen, mit denen schon vor längerer Zeit Prozesse digitalisiert wurden. Dazu zählen beispielsweise Softwarelösungen zur Lagerverwaltung. Sie können den Ansprüchen der Kunden, für die Online-Shopping inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist, oft nicht mehr gerecht werden.

Nadine Riederer, CEO von Avision

Aber auch abseits der veränderten Marktbedingungen gibt es genügend gute Gründe für Unternehmen, ihre Altanwendungen genauer unter die Lupe zu nehmen. So verursachen Applikationen, die schon länger im Einsatz sind, häufig hohe Betriebskosten und bescheren Unternehmen Einbußen in Sachen Performance und Ausfallsicherheit. Aktuellen Sicherheitsanforderungen werden sie oft ebenso wenig gerecht wie den neuesten Datenschutzbestimmungen.

Die Versuchung, solche „Altlasten“ durch komplette Neuentwicklungen oder Neuanschaffungen loszuwerden, ist natürlich groß. Ein solches Vorgehen birgt aber finanzielle und betriebliche Risiken. Ihnen müssen sich Unternehmen aber nicht zwangsläufig aussetzen, denn Neuimplementierungen sind gar nicht immer notwendig. Es ist nicht immer entscheidend, die neueste Software im Einsatz zu haben; es kommt vielmehr darauf an, dass die genutzten Anwendungen optimal auf die aktuellen Anforderungen abgestimmt sind. Das lässt sich in vielen Fällen erreichen, indem die vorhandenen Altapplikationen durch gezielte Maßnahmen modernisiert werden.

Quellcode vereinfachen, ohne die Funktionen zu verändern

Eine davon ist das Refactoring. Bei dieser Maßnahme wird der Quellcode einer Software vereinfacht, ohne dabei ihre Funktionen zu verändern. Dadurch lässt sich der Code leichter lesen und verstehen, wodurch die Software unkomplizierter, schneller und kostengünstiger um neue Funktionen erweitert werden kann.

Weitere hilfreiche Modernisierungsmaßnahmen sind Änderungen an der Betriebsumgebung. Durch die Migration einer Altanwendung auf virtuelle Maschinen oder Cloud-Umgebungen können Unternehmen Kosten sparen, die Performance steigern und Ausfallrisiken minimieren. Ähnliche Effekte stellen sich durch Upgrades von Betriebssystemen, Datenbanken und Middleware-Komponenten ein. Darüber hinaus können sich Unternehmen durch diese Maßnahmen neue Möglichkeiten für zusätzliche Funktionen eröffnen.


Die wichtigsten Modernisierungsmaßnahmen

  • „Aufräumen“ des Quellcodes durch Refactoring
  • Migration auf virtuelle und Cloud-Umgebungen
  • Updates von Betriebssystemen, Datenbanken und Middleware
  • Verschlüsselung, sicheres Zugriffs- und Passwort-Management
  • Einsatz moderner Organisationstechniken wie DevOps

Auch in Sachen Sicherheit und Datenschutz lassen sich Altanwendungen durch gezielte Maßnahmen auf einen aktuellen Stand bringen. Ein einfacher Ansatz mit großer Wirkung ist es etwa, Legacy-Software nachträglich mit kryptographischen Verfahren auszustatten, damit sie Dateien verschlüsselt ablegen und verschlüsselte Protokolle bei der Kommunikation verwenden. Ein sicheres Zugriffskonzept und ein modernes Passwortmanagement lassen sich ebenfalls nachträglich aufsetzen.

Der Einsatz moderner Organisationstechniken kann helfen. Die Prozesse und Werkzeuge der DevOps-Methode etwa sind nicht nur modernen Anwendungen vorbehalten, sondern können auch von Altanwendungen verwendet werden.

Checkliste: So lassen sich Modernisierungskandidaten identifizieren

  1. Besitzen noch mehr als zwei Mitarbeiter Know-how über die Anwendung?
  2. Ist das letzte Update vor weniger als zwölf Monaten erfolgt?
  3. Können Komponenten wie Betriebssystem, Datenbanken und Java upgedatet werden?
  4. Gibt es mehr als ein fachliches Release pro Jahr?
  5. Enthalten die Releases mehr als 70 Prozent fachliche Anpassungen?
  6. Sind die Kosten jedes Releases gleichbleibend oder sinkend bei identischem Anteil von fachlichen Änderungen?
  7. Nutzt die Anwendung aktuelle Sicherheitsfeatures?
  8. Gibt es seitens der IT-Verantwortlichen keine Bedenken, wenn die Anwendung angepasst werden soll?
Lautet die Antwort auf diese Fragen öfter als dreimal „Nein“, sollten Unternehmen eine Anwendung näher betrachten.

Außerdem kann der Einsatz moderner Organisationstechniken helfen. Die Prozesse und Werkzeuge der DevOps-Methode etwa sind nicht nur modernen Anwendungen vorbehalten, sondern können auch von Altanwendungen verwendet werden. Durch eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Softwareentwicklung und Systemadministration beschleunigen sie nicht nur die Weiterentwicklung und Bereitstellung der Altanwendungen. Sie verteilen die Verantwortung dafür auch auf mehrere Schultern, was zu einem höheren Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter führt.

Fallbeispiel: Modernisierung einer Altanwendung zur Verwaltung von Fundgegenständen

Dass die Modernisierung einer Altsoftware der bessere Weg sein kann als eine komplette Neuimplementierung, zeigt ein konkretes Fallbeispiel: Eine fachlich hochkomplexe Anwendung zur Lagerung und juristisch korrekten Verwertung von Fundgegenständen hatte das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Aufgrund veralteter Übertragungsprotokolle und eines mangelnden Passwortmanagements wies sie Sicherheitslücken auf, Server und Betriebssysteme waren ebenfalls veraltet und der Anbieter der Anwendung leistete keinen Support mehr. Eine vollständige Ablösung wäre nur mit großem Risiko und Projektkosten im höheren siebenstelligen Bereich möglich gewesen.

Deshalb entschied sich das Unternehmen für eine Modernisierung mit mehreren Maßnahmen. Dazu zählten die Änderung des Betriebssystems auf eine aktuelle Linux-Distribution sowie ein Upgrade auf aktuelle Java- und Datenbank-Versionen. Nicht mehr benötigte Komponenten der Software wurden entfernt und einige verbliebene Komponenten einem Refactoring unterzogen. Zudem wurde die Anwendung mit kryptographischen Verfahren und einem sicheren Passwortmanagement ausgestattet. Ergebnis: Zu einem Bruchteil der Kosten und des Risikos einer Neuentwicklung entsprach die Anwendung den aktuellen Anforderungen.
In manchen Fällen hilft aber alles nichts. Stellt sich bei der Bedarfsanalyse heraus, dass eine Software so umfangreich modernisiert und grundlegend umgebaut werden muss, dass am Ende eine ganz andere Anwendung entsteht, gibt es keine Alternative. An einer Neuentwicklung oder -beschaffung führt dann kein Weg vorbei. //


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