Abteilung Marketing

Einfluss der Digitalisierung auf das Marketing

Silodenken sollte der Vergangenheit angehören. Alle Abteilungen müssen in der Zukunft weiter zusammenwachsen und abteilungsübergreifend miteinander agieren. Dies betrifft vor allem die IT und das Marketing, die oftmals noch nicht eng genug miteinander verzahnt sind. Dabei ist die IT der Hauptansprechpartner für das Marketing, wenn es sich um die Automatisierung von Analysen und Abläufen handelt.

Zum Beispiel kann das Marketing-Controlling auf vorhandene Marktforschungsdaten und weitere interne Datengrundlagen zurückgreifen. Diese Datengrundlagen nehmen in Umfang und Qualität mit der fortschreitenden IT-Unterstützung der Marketingprozesse zu.

Durch die Analysen der Daten aus BI, CRM, Big Data oder anderen Quellen sollen ebenso Handlungsempfehlungen für das Marketing entstehen. Insbesondere Big Data und die automatisierte Auswertbarkeit dieser bereits schon erhobenen Menge an Daten werden in der Zukunft somit eine größer werdende Rolle spielen. Durch Echtzeitanalyse und Anpassung der daraus entstehenden Empfehlung können personalisierte Marketingaktionen realisert werden.
Auswirkungen werden weiter verfolgt und analysiert, um nach und nach neue Vergleiche zu ziehen und Tendenzen erkennen zu können. Darüber hinaus wäre denkbar, dass selbstlernende Systeme eine Rolle spielen. Diese könnten selbstständig die Parameter einer alten Kampagne auf eine neue Kampagne projizieren. Besonders Datenschützer werden bei den fast schon gläsernen Verbrauchern immer stärker in Erscheinung treten, um diese zu schützen.

Im Bereich Online-Shopping wird der Einkauf über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets weiter zunehmen und Anbieter müssen ihren Auftritt und ihre Angebote für Smartphones tauglich machen. Ziel sollte es sein, eine konsistente E-Business-Strategie zu verfolgen und Kunden über alle Kanäle hinweg langfristig an sich zu binden. Über neue Technologien wie z. B. das CRM, Big-Data-Analytics oder Social Analytics hat das Marketing die Möglichkeit, viele Daten über den Verbraucher zu erhalten. Denn es geht künftig vor allem darum, die Erwartungen des Kunden individuell zu erfüllen. In vielen Fällen fehlen jedoch die Expertise und Parameter, um diese sinnvoll oder effektiv zu interpretieren und zu verarbeiten. Damit ein Unternehmen von der Digitalisierung profitieren kann, muss eine passende Strategie entwickelt werden. Denn nur wenn Daten sinnvoll analysiert und genutzt werden und die IT mit dem Marketing verstärkt zusammenarbeitet, ent- und bestehen erfolgreiche Händler.

Heute stehen Unternehmen vor der Herausforderung, die häufig auch strukturell separierten Bereiche vernetzt zu steuern. Nicht zuletzt die Digitalisierung hat dazu beigetragen zu erkennen, dass Markenführung wesentlich mehr Bereiche als nur das Marketing betrifft. Wir befinden uns im Zeitalter des Kunden. Dies bedeutet: in Echtzeit zu wissen, was der Kunde will, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen und das jederzeit über alle Kanäle hinweg. Dazu müssen nicht nur Prozesse und Reaktionszeiten beschleunigt werden, das gesamte Unternehmen muss sich digital transformieren. „Mach es dem Kunden leicht, dich zu erreichen.“ Vorhandene Daten sind in Wissen über die Kunden zu verwandeln und die Chancen der mobilen Ausrichtungen sind zu nutzen.

Multichannel heißt heute und in Zukunft die Multichannel-Perspektive auf Distributions- und Kommunikationskanäle. Die Herausforderung liegt in der zunehmenden Vernetzung aller digitalen und analogen Kanäle.

Unter den vier Instrumenten des Marketingmix (Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik) wird der marktgerichteten Unternehmenskommunikation zukünftig – neben dem Produkt – die größte Bedeutung beigemessen. Das Web 2.0 stellt viele Unternehmen vor eine neue Herausforderung. Kommunikation bedeutet nicht mehr nur das Aussenden von Informationen (unidirektionales Mitteilen) mit einer sehr eingeschränkten Perspektive auf gewünschte Reaktion (attraktiver finden, Bedürfnis entwickeln, kaufen), sondern die Kommunikation mit bidirektionalem Informationsaustausch. Hier gilt für Unternehmen, zuzuhören und zu lernen. Medien erfahren eine steigende Interaktivität durch diesen bidirektionalen Informationsaustausch. „Die Digitalisierung macht aus den Medien Dialogmedien.“ Social Communities, Internet-TV, interaktives Fernsehen, E-Magazines und viele mehr sind Kommunikationskanäle, die dank der Digitalisierung eine Dialogfunktion übernehmen. Die wichtigste Rolle wird in Zukunft der Mobile Commerce spielen. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, smartphonefähige Plattformen zur Verfügung zu stellen. Denn der Einkauf über ein Smartphone auf einem nicht smartphoneoptimierten Webshop kann dazu führen, dass der Kauf abgebrochen wird. Die Statistik zeigt die Entwicklung der Nutzung von Smartphones oder Tablets für den mobilen Einkauf im Internet. Trotzdem haben es klassische Kaufhäuser immer schwerer und müssen sich etwas Neues einfallen lassen. So hat die Digitalisierung auch Einfluss auf Filialen in Innenstädten. Kunden können sich in der Umkleidekabine mit den anprobierten Kleidungsstücken oder mit durchtrainiertem Service-Personal fotografieren lassen und die Bilder direkt bei Facebook veröffentlichen. Auch hier steht, ähnlich wie bei der Produktpolitik, das Erlebnis mit der Marke und dem Produkt im Vordergrund.

Dies bedeutet, dass Unternehmen sich nicht nur auf einen Bereich konzentrieren sollten, sondern mehrere Kontaktpunkte bieten müssen. Die Verknüpfung zwischen analogem und digitalem Kanal bedeutet, dass Kunden zum Beispiel auf Online-Rabattaktionen zurückgreifen und damit im lokalen Ladengeschäft einkaufen gehen oder sich über das Schaufenster inspirieren lassen und online einkaufen. Die Chancen, mit digitalen Kanälen (Homepage, E-Mail, Suchmaschinen, Social Media etc.) seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und in neue Märkte einzusteigen, sind groß, bergen aber auch Risiken. Der Einfluss der Digitalisierung auf den Bereich Marketing hat dazu geführt, dass Kunden durch verschiedene Technologie wie z. B. Social Media ein Sprachrohr erhalten und so einen Einfluss auf Unternehmen erlangen. Unternehmen haben mit Big-Data-Analysen und Social Analytics die Möglichkeit, auf Kundenwünsche schnell und individuell zu reagieren, können aber oftmals die Vielzahl an Daten nicht miteinander richtig verknüpfen und auswerten. Durch die Digitalisierung sind Unternehmen angebots- und preistransparent. Kunden haben dadurch eine stärkere Markposition, wodurch auch unkontrollierte Kommunikationseffekte (sog. „Shit-Storms“) entstehen können. Für viele Unternehmen ist der Hauptgrund, digitale Kanäle nicht zu nutzen, der Datenschutz. Unternehmen müssen besonders vertrauensvoll mit den Daten der Kunden umgehen, sodass zwar Erkenntnisse abgeleitet werden, aber kein Datenmissbrauch betrieben wird. Die digitalen Kanäle sind günstiger als die klassischen Marketingmedien, aber Kunden fühlen sich teilweise überrollt von Werbung. Kunden entwickeln und nutzen daher auch Technologien, um sich gegen diese Art des Marketing (Customer-Resistance) zu schützen. Verbraucher nutzen Pop-up-Blocker, um Werbung beim Surfen zu entgehen, oder filtern E-Mail-Newsletter über die Junk-Mail-Funktion. Bei einem Spielfilm geht der Kunde über zum zeitversetzten Fernsehen und überspringt so die Werbung. Einzelhändler zum Beispiel bieten eine App mit aktuellen Angeboten oder eine Einkaufsliste über das eigene Smartphone, um die Positionierung als sympathischer Discounter zu stützen. Die Erwartungshaltung des Kunden an eine Marke ist sowohl online als auch offline gleich. Ein Unternehmen sollte daher nicht nur digitale Kanäle nutzen, denn nicht alle Kunden sind online erreichbar.

Quelle und Textlizenz:
https://winfwiki.wi-fom.de/index.php/Einfluss_der_Digitalisierung_auf_das_Marketing; „Einfluss der Digitalisierung auf das Marketing“; Andre Kreutzer, Paulo Afonso, Björn Brade; FOM Hamburg

Lizenzbestimmungen: https://www.gnu.org/licenses/fdl-1.2

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