Digital Finance

Geschäftsmodelle im Fokus

Robo-Advisory anbieten
Funktional vergleichbare Software stand Vermögensverwaltern bereits vor der Jahrtausendwende zur Verfügung. Neue Geschäftsmodelle erlauben nun mit Hilfe des Internets und einer leicht zu bedienenden Benutzeroberfläche den Direktzugriff auf diese Funktionen durch Endkunden. Über einen Fragebogen wird seine Risikoneigung ermittelt und darauf basierend ein zugeschnittenes Portfolio erstellt. Durch ein Rebalancing, also die anschließende laufende Überwachung und Anpassung des Portfolios, wird das Investment im vorher definierten Risikobereich gehalten. Der Wegfall des Faktors Mensch hat dabei zwei Vorteile: 1. Emotionsgesteuerte und irrationale Entscheidungen werden von vornherein ausgeschlossen. 2. Für den Endkunden fallen keine Kosten für eine etwaige Finanzberatung an.

Finanzwissen gewinnbringend vermitteln
E-Learning-Portale für Amateur-Trader locken oft mit kostenlosem Startkapital. Dabei wird das Geld jedoch nicht einfach verschenkt, vielmehr entsteht eine Win-win- Situation. Das Kapital stellen Broker zur Verfügung, mit denen man eine Partnerschaft eingeht. Broker verdienen Geld durch ihre Handelsgebühren. Sie stellen das Startkapital zu Verfügung mit der Aussicht auf lange Sicht durch die Gebühren mehr einzunehmen. Das E-Learning-Portal stellt dem Amateur-Trader das Wissen zur Verfügung, um tatsächlich gewinnbringend anlegen zu können. Es verdient als Partner der Broker an den Gebühren der vermittelten Trader mit. Der Trader selbst erhält tatsächlich ein kostenloses Startkapital, kann sich dieses aber erst auszahlen lassen, wenn er dementsprechende Gebühren durch seine Handelsaktivitäten verursacht hat.

Social Trading anbieten
Social-Trading-Plattformen führen erfolgreiche Trader und unerfahrene Anleger zusammen. Hierbei werden alle Portfolios der Community mit den grundlegenden Ideen der jeweiligen Trader offen zur Schau gestellt.  Unerfahrene Anleger können sich an den erfolgreichen Tradern orientieren und deren Portfolios folgen. Hilfreiche Filterfunktionen helfen dabei, die für einen selbst passende Portfolio-Strategie zu finden. Die Plattform ermöglicht dann das automatische Nachbilden. Hierfür zahlen die Anleger auf die Plattform ein und legen den Betrag fest, mit dem sie einem bestimmten Trader folgen wollen.  Top-Trader werden mit Bonuszahlungen gelockt, die sie ab einer bestimmten Anzahl an Followern erhalten. Die Plattformnutzung und vor allem das Nachbilden von Portfolios ist an verschiedene Gebühren geknüpft.

White Labeling
Als White Label bezeichnet man Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens,  die nicht unter dessen eigener Marke angeboten werden. Gerade bei der Zusammenarbeit von FinTechs und Banken kommt es vermehrt zu White-Label-Partnerschaften.  Das FinTech-Unternehmen bietet die innovative Idee während im Hintergrund die Partnerbank mit der notwendigen Lizenz und unter Beachtung aller Regularien agiert. Auf das White Labeling spezialisierte Banken beschleunigen mittlerweile die Entstehung neuer FinTechs. Umgekehrt kann auch die Bank daran interessiert sein, ihren Kunden einen innovativen Service anzubieten, und greift dabei auf die White-Label-Lösung eines FinTech-Unternehmens zurück.

Crowdfinancing
Während früher die Bank dafür zuständig war, einen Kredit zu gewähren oder ein Projekt zu finanzieren, wird dies heute zusätzlich durch die Crowd ermöglicht. Viele Teilnehmer mit unterschiedlichem Investitionskapital können allein durch ihre Masse auch kostspielige Projekte realisieren. Die Plattformen, die Finanzierungsvorhaben und Finanzierer zusammenbringen, erheben Gebühren für die erfolgreiche Vermittlung. So lassen sich auch Projekte finanzieren, die kein Kapital von einer Bank erhalten würden. Darüber hinaus ist die Finanzierung durch die Crowd zugleich auch eine Marketingmaßnahme, denn nicht selten werden aus Anlegern spätere Kunden.

Cross-Selling
Als Cross-Selling oder Querverkauf bezeichnet man im Marketing allgemein den Verkauf von sich ergänzenden Produkten oder Dienstleistungen. Dabei müssen die ergänzenden Produkte nicht direkt vom Käufer nachgefragt werden, sondern werden ihm zusätzlich vom Händler angeboten. Auch Partnerschaften lassen sich in diesem Bereich realisieren. Ein Händler kann beispielsweise eine Versicherung für seine Produkte anbieten. Der Versicherer profitiert vom Kundenpotenzial des Händlers, während dieser durch das Abdecken eines zusätzlichen Kundenbedarfs nicht nur den Verkaufserlös steigert, sondern auch die Kundenbindung stärkt. Auch im Bereich der Finanzierung haben sich solche Partnerschaften zwischen Kreditinstituten und Händlern etabliert.

Der Text ist unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 DE verfügbar.
Lizenzbestimmungen: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

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