Die „Open“-Bewegung

Der Begriff Open Source beschränkt sich nicht nur auf Software, sondern bezieht sich auch auf freies Wissen und Information durch freie Inhalte.

Im engeren Sinne steht Open-Source-Software (OSS) für Software, die die Definition der Open-Source-Initiative (OSI) erfüllt. Eine Voraussetzung ist beispielsweise, dass diese Software einer von OSI anerkannten Open-Source-Softwarelizenz unterliegt. Im weiteren, nicht nur auf Software bezogenen Sinne steht „Open Source“ für frei verfügbares Wissen und freie Information im Allgemeinen und hat dadurch die Gründung neuer „Open“-Bewegungen inspiriert, beispielsweise Open Content, Open-Source-Hardware und Open Access.
Der Begriff „Open Source“ wurde eingeführt, nachdem die ursprüngliche Bezeichnung „Free Software“ (freie Software) zu Irritationen führte, da sie als grundsätzlich kostenlose Software missverstanden wurde. Open Source hat viele Ursprünge und Vorläufer, beispielsweise die Do-it-yourself-Bewegung, die Hacker-Bewegung der 1960 / 70-er und die Freie-Software-Bewegung der 1980-er Jahre, die der unmittelbare Vorläufer wurde.
Ein Beispiel dafür sind Wikipedia und die Wikimedia-Commons, in deren Zusammenhang von freien Inhalten („Open Content“) gesprochen wird. Weitere bedeutende Beispiele für Open Content sind OpenStreetMap und Open Educational Resources. Eine Lizenzfamilie, die für solche freien Inhalte („free cultural works“) geschaffen wurde, sind die Creative-Commons-Lizenzen. Übertragen wurde die Idee des öffentlichen und freien Zugangs zu Information auch auf Entwicklungsprojekte.
In diesem Zusammenhang wird oft von freier Hardware („Open Hardware“) gesprochen, also freiem Zugang zu allen Informationen (Offener Standard, Offenes Format), um eine entsprechende Hardware herzustellen. Produktbeispiel auf Basis von offenen Standards und Rezepturen sind Vores Øl/Free Beer oder OpenCola. Auch als „Offen“ und der Open-Source- und Open-Hardware-Bewegung nahestehend verstehen sich die FabLabs, die freien Zugang zur (Produktions-)Hardware vermitteln wollen.
„Open Access“ (englisch für offener Zugang) versucht, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet zu ermöglichen und Paywalls abzubauen. Ähnlich versucht „Open Government“, den Zugang zu Regierungsressourcen für Bürger zu erleichtern.
Eric S. Raymond beschreibt in seinem Buch „Die Kathedrale und der Basar“ eine Entwicklungsmethode (den Basar), durch die Open-Source-Projekte selbstständig ohne zentrale Entität von der Gemeinschaft verwaltet werden können. Ob diese Entwicklungsmethode tatsächlich so Anwendung findet oder überhaupt praktisch umgesetzt werden kann, ist aber umstritten.
Beispielsweise folgt der Linux-Kernel, eines der großen OSS-Erfolgsprojekte, mit Linus Torvalds an der Spitze eher einem zentralisierten „Benevolent Dictator for Life“-Entwicklungsmodell (auf dt. etwa „Wohlwollender Diktator auf Lebenszeit“). In Raymondscher Terminologie wird von einer „Kathedrale“ gesprochen.
Ähnliche Führungsstrukturen sind mit Richard Stallman an der Spitze des FSF / GNU-Projekts und auch bei der Mozilla-Foundation zu finden. Als Gegenbeispiele werden die Community-getriebenen Projekte Apache Hadoop und OpenStack angeführt.

Bildquelle / Lizenz:

Johannes Spielhagen, Bamberg, Germany – Provided as files by the author to be published by OSBF e.V. under an open license. CC BY-SA 3.0; https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

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