Internationalisierung beginnt bei der Sprache

Weltweit mitreden können – dank automatisierter Übersetzungsprozesse

von Christian Weih-Sum

Willy Brandt sagte einmal: „I‘m selling to you, I speak your lan­guage. If I‘m buying, dann müssen Sie Deutsch sprechen.“ Dieses Zitat ist nach wie vor aktuell. In internationalen Märkten wird ein Unternehmen seine Produkte nur dann erfolgreich vermarkten, wenn es auch die kulturellen Gegebenheiten der Zielmärkte berücksichtigt. Die Adaption und Lokalisierung der gesamten Produkt- und Unternehmenskommunikation für das jeweilige Land spielen dabei eine zentrale Rolle – nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden Einkaufs über das Internet.

Für einen erfolgreichen internationalen Marktauftritt greift das pure Übersetzen also nicht weit genug. Vielmehr müssen Inhalte lokalisiert, also nicht nur von einer Sprache in eine andere transformiert, sondern dabei länderspezifische Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Christian Weih-Sum

Bevor ein Interessent sich für ein Produkt entscheidet, hat er sich bereits intensiv im Internet informiert. Umso wichtiger ist es, dass er attraktive Inhalte auf der Webseite eines Anbieters vorfindet, die „Lust auf mehr“ machen. Idealerweise finden sich entlang der Customer Journey an jedem Touchpoint Informationen in verständlicher Form wieder. Verständlichkeit über alle Phasen der Customer Journey hinweg stellt eine Grundvoraussetzung für die Bildung von Vertrauen dar, das als einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für Marken und damit für die Kaufentscheidung gilt. Dazu gehört auch, dass die Inhalte in der jeweiligen Landessprache vorhanden sind.

In Zeiten zunehmender Personalisierung erwarten Interessenten, dass sie Produktbeschreibungen, Artikeltexte, Kategorietexte, Multimedia-Inhalte für Shop und Marktplätze genauso wie Unternehmenswebseiten, Landingpages, Blogs, Kurznews und Ankündigungen, Ratgeberinhalte, E-Books, Kundenfeedbacks und Bewertungen in ihrer Landessprache vorfinden. Entgegen der Annahme vieler Verantwortlicher für Marketing, Content und Verkauf ist es nicht ausreichend, den vorhandenen Content nur in englischer Sprache vorzuhalten.

Dies belegt unter anderem eine Studie von Common Sense Advisory. Sie ergab, dass 60 Prozent der Online-Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht kaufen, wenn die Website nicht in deren Muttersprache verfügbar ist. Hinzu kommt, dass Interessenten in ihrer jeweiligen Landessprache suchen. Für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist es somit unabdingbar, die passenden Keywords für die jeweiligen Zielländer sorgfältig zu recherchieren und den Autoren bzw. Übersetzern zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Produkt- und Markennamen können in verschiedenen Ländern unerwünschte Assoziationen wecken. So hatte der Autobauer Fiat mit seinen Modellen „Uno“ und „Regata“ kei­nen Erfolg, denn Finnen denken bei „Uno“ an einen Idioten und „Regata“ heißt auf Schwe­disch „streitsüchtige Frau“.


Kernaussagen

  • Internationalität bedeutet mehr als Englisch.
  • Anbieter sollten Produkt- und Markennamen unbedingt auf globale Verwendbarkeit prüfen.
  • Geeignete Keywords sind in jedem Land unterschiedlich und können sich im Laufe der Zeit ändern.
  • Die Lokalisierung der gesamten Produkt- und Unternehmenskommunikation ist fester Bestandteil einer erfolgreichen Internationalisierungsstrategie.
  • Eine erfolgreiche Customer Journey setzt Inhalte in der jeweiligen Landessprache voraus.
  • Mit Übersetzungsmanagementsystemen können Unternehmen multilingualen Content in hoher Qualität erstellen.

Übersetzen ist nicht ausreichend

Für einen erfolgreichen internationalen Marktauftritt greift das pure Übersetzen also nicht weit genug. Vielmehr müssen Inhalte lokalisiert, also nicht nur von einer Sprache in eine andere transformiert, sondern dabei länderspezifische Gegebenheiten berücksichtigt werden. Wer hierfür lediglich Texte per E-Mail an einen Pool von verschiedenen Übersetzungspartnern schickt, unterschätzt Themen wie konsistente Qualität, Kosten und Datensicherheit.

Um den Lokalisierungsaufwand zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Datensicherheit sowie eine hohe Qualität zu garantieren, ist der Einsatz einer Übersetzungsmanagementsoftware ratsam. Sie sorgt vor allem für durchgehend einheitliche Texte und einen hohen Wiederverwendungsgrad bereits übersetzter Inhalte. Grundlage dafür bilden ein integriertes Translation Memory sowie ein Terminologiesystem, die in einer geschlossenen Umgebung allen Beteiligten zur Verfügung stehen. Autoren greifen auf Quelltexte und deren bereits vorliegende Übersetzungen zu und haben gleichzeitig einen Überblick über die Terminologie, die sie verwenden dürfen. Damit bleiben alle wichtigen Keywords konsistent, was auch für eine gut funktionierende SEO wichtig ist. Redundante Übersetzungen gehören der Vergangenheit an.

Die Verwendung einer Übersetzungsmanagementsoftware bringt für die effiziente Lokalisierung von Webseiten und Onlineshops im Rahmen einer internationalen E-Commerce-Strategie zahlreiche Vorteile.

Christian Weih-Sum

Unternehmen können einmal erstellte Inhalte mehrfach für unterschiedliche Kanäle und Formate verwenden. Die gesamte Content-Erstellung inklusive Übersetzung und Review wird in einem Prozess nahtlos abgebildet. Dabei sparen Projektverantwortliche Zeit, indem sie wiederkehrende Prozessschritte automatisieren. Hierzu gehört zum Beispiel das Zuweisen von Übersetzungsaufgaben an die jeweils passenden Übersetzungspartner. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter jederzeit einen transparenten Überblick über den Fortschritt der Projekte und erhalten eine Benachrichtigung, sobald eine Aufgabe abgeschlossen ist. Bei der Auswahl einer passenden Übersetzungsmanagementsoftware sollten Unternehmen nicht nur den Funktionsumfang im Blick haben, sondern auch deren Integrierbarkeit. So gewährleisten Schnittstellen, dass Inhalte nahtlos z. B. mit Content-Management-, PIM- oder Webshopsystemen ausgetauscht werden.

Translation-Management-Systeme als sprachübergreifende Plattformen

Die Verwendung einer Übersetzungsmanagementsoftware bringt für die effiziente Lokalisierung von Webseiten und Onlineshops im Rahmen einer internationalen E-Commerce-Strategie zahlreiche Vorteile. Qualitativ hochwertige Übersetzungen stehen schneller zur Verfügung, was die Time to Market deutlich verkürzt. Einheitliche Begriffe vereinfachen die Lesbarkeit und die Verständlichkeit von Inhalten, was wiederum die Customer Experience positiv beeinflusst und sich in einer evidenten Corporate Identity niederschlägt. Kunden und Interessenten gewinnen Vertrauen und entscheiden sich eher, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen – ein guter Start für einen erfolgreichen Markteintritt. //


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