Logistik braucht IT

Nichts bewegt sich ohne eine enge Verzahnung von Logistik und IT. In Zukunft wird der 3-D-Druck Dienstleistungen rund um die Logistik verändern.

Die Logistikbranche verändert sich umfassend. Technologien wie Schwarmintelligenz, Blockchain und das (I)IoT revolutionieren die Prozesse. Digitalisierte Produktionstechnologien und Logistiklösungen beeinflussen Geschäftsmodelle und verändern Marktstrukturen. Es entstehen in rasanter Geschwindigkeit spannende, völlig neue Perspektiven, Produkte und Anwendungen.

Unternehmen werden flexibler in ihren Beschaffungswegen, -zeiten und -quellen. Längst haben Roboter, fahrerlose Transportfahrzeuge und intelligente Regale Einzug in Forschung und Industrie gehalten. Zukünftig werden sich diese mittels Schwarmintelligenz immer häufiger selbst organisieren. Massiv aufgebaute und unflexible Stetigfördertechnik wird durch eine Vielzahl kleiner autonomer Fahrzeuge ersetzt und der Materialfluss so flexibilisiert. Die intelligenten und miteinander vernetzten Transportfahrzeuge führen Transporte von einem Hochregallager zu Arbeitsstationen aus. Dabei koordinieren sie sich selbstständig untereinander ohne jegliche zentrale Steuerung. Die Transportleistung des Gesamtsystems lässt sich an die Anzahl der Fahrzeuge anpassen.(1)

Die Prozesse der Distributionslogistik werden im Bereich der Routenplanung verbessert, was vor allem an einer verbesserten Kommunikationsmöglichkeit liegt. Das ermöglicht eine schnellere Zustellung der Lieferungen. Zusätzlicher Service wird dem Kunden durch Sendungsverfolgung geboten. In den kommenden Jahren werden sich Prozesse noch weiter verbessern, besonders in der Distributionslogistik. Autonom fahrende Lkws, Schiffe, Roboter und Drohnen werden die Zustellung, gerade auch auf der „letzten Meile“ zum Kunden, revolutionieren. Zustellungen innerhalb von einem Tag, also Same-Day-Delivery-Modelle, werden zum Standard. Operative Berufe wie Lagerarbeiter und Lkw-Fahrer drohen durch die zunehmende Automatisierung obsolet zu werden. Dass neue Arbeitsplätze im Bereich IT und Controlling entstehen, dürfte dabei für die meisten Paketzusteller nur ein schwacher Trost sein.

Papierlose Prozesse in der Distributionslogistik verspricht die Blockchain. In ihr hat jeder am Prozess Beteiligte stets Zugriff auf alle relevanten und dort in digitaler Form gespeicherten Dokumente. Änderungen und Löschungen werden transparent und fälschungssicher protokolliert. Die papierlose Form der Dokumentation vereinfacht nicht nur die Prozesse – der Versand einer Ladung Blumen aus Übersee kann bis zu 200 Papierdokumente von Dutzenden Lieferanten erzeugen(2) –, sondern auch Versandbetrug lässt sich auf diese Weise besser bekämpfen.

Unternehmen müssen sich also mit neuen Technologien auseinandersetzen und in sie investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein völlig neuer Konkurrent für Logistiker ist z. B. der 3-D-Drucker. Denn wieso sollte man sich etwas liefern lassen, wenn man es sich auch zu Hause ausdrucken kann? Das geht schneller und ist womöglich sogar noch billiger. Zurzeit ist das Problem noch nicht so ernst zu nehmen, da die Möglichkeiten des 3-D-Drucks noch begrenzt sind.(3)


Quellen:
(1) Vgl.: https://www.iml.fraunhofer.de/de/unser-institut/forschungshallenlabore/zft-halle.html (abgerufen am 04.04.2019)
(2) Vgl.: https://www.heise.de/solutions/ibm-blockchain/wie-blockchains-fuer-mehr-vertrauen-in-der-lieferkette-sorgen-koennen/ (abgerufen am 04.04.2019)
(3) Vgl.: Logistik braucht IT, in: Handbuch Digitalisierung, hrsg. von ayway media, Bonn 2016, S.123. https://www.handbuch-digitalisierung.de/digital-lesen/#p=123

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